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APA-Artikel 28. Februar 2013

HIV-infizierte Blutkonserve - Stichwort: Diagnostisches Fenster

Der Begriff diagnostisches Fenster beschreibt den Zeitraum zwischen dem Eindringen von Krankheitserregern in den Körper und der Bildung von Antikörpern dagegen. Im diagnostischen Fenster besteht zwar bereits eine Infektion, mangels vorhandener Antikörper kann diese durch Antikörpertests aber noch nicht erkannt werden.

Im Falle von HIV besteht bei der Untersuchung von Blutspenden durch das diagnostische Fenster ein besonderes Problem: Es ist ein Zeitraum von mehreren Wochen, in dem man die Verseuchung von Blut durch HI-Viren durch Antikörpertests nicht nachweisen kann, weil es noch nicht zur Bildung von Antikörpern gekommen ist. Herkömmliche Untersuchungen können nicht das Virus selbst, sondern nur die Antikörper feststellen.

Eine deutliche Verbesserung zur Schließung des diagnostischen Fensters bietet der PCR-Test, heißt es beim Österreichischen Roten Kreuz. Damit können nicht nur die Antikörper gegen einen Krankheitserreger festgestellt werden, sondern bereits der Erreger selbst.

"Mit der Antikörpertestung beträgt das diagnostische Fenster im Fall von HIV zwölf Wochen", erläuterte Maria Kral-Glanzer vom Roten Kreuz auf APA-Anfrage. "Der PCR-Test hat diese Unsicherheit auf neun bis zehn Tage reduziert."

Das Rote Kreuz teste alle Blutspenden sowohl auf Antikörper als auch mit dem PCR-Verfahren, ehe sie freigegeben werden. "Das Restrisiko von neun bis zehn Tagen kann aber bisher kein Test eliminieren." Daher sei der Fragebogen, den jeder Blutspender mit detaillierten Angaben auch zu etwaigem Risikoverhalten ausfüllen muss, auch so wichtig, so Kral-Glanzer.

apa.at

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