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APA-Artikel 25. Februar 2013

Staatliche Krankenhäuser in der Slowakei strichen Hunderte Jobs

Nach den Lohnerhöhungen, erzwungen von landesweiten Protestaktionen slowakischer Ärzte noch unter der Vorgängerregierung von Iveta Radicova, ist es zu einer Entlassungswelle gekommen. Staatliche Krankenhäuser in der Slowakei haben 2012 Hunderte Mitarbeiter entlassen, berichtet die Tageszeitung "Hospodarske noviny" am Montag.

Allein im Universitätskrankenhaus in Bratislava, dem größten im Land, wurden im Vorjahr knapp 300 Arbeitnehmer entlassen. Ganze 80 Prozent davon waren medizinische Mitarbeiter, nur beim Rest handelte es sich um Krankenhausbeamte. Die Lohnkosteneinsparungen seien beträchtlich, gespart werden rund 200.000 Euro monatlich, bestätigte eine Krankenhaussprecherin dem Blatt. Sparmaßnahmen werden demnächst aber wohl auch Patienten treffen, geplant sind nämlich auch Abschaffungen oder Fusionen einzelner Krankenhausabteilungen.

Auch das Universitätskrankenhaus von Kosice hat 2012 auf ganze 330 Mitarbeiter verzichtet, in einem kleineren Umfang hat die Entlassungswelle staatliche Krankenhäuser in Banska Bystrica, Presov und Trencin erfasst. Auch in diesem Jahr wird der Trend vermutlich weitergehen.

Zu harter Rationalisierung ihres Personalbestands hatten die Krankenhäuser gegriffen, um Erhöhungen der Ärztelöhne vom vergangenen Jahr teilweise auszugleichen. Gesundheitsministerin Zuzana Zvolenska (Smer) betrachtet den Trend positiv, da staatliche Einrichtungen ihrer Meinung nach meist zu viel, im Durchschnitt ganze 92 Prozent ihrer Einnahmen, allein für Lohnkosten ausgeben.

Laut Anton Szalay, dem Präsidenten der Gewerkschaften im Gesundheitswesen, sind aber Entlassungen nur dann nützlich, wenn eine Effektivitätserhöhung die Folge sei. Sobald die Gesundheitsbetreuung bedroht sein sollte, könnten die Massenentlassungen zu einem ernsten Problem werden. Staatliche Krankenhäuser in der Slowakei kämpfen langfristig mit Unterfinanzierung, allein vergangenes Jahr haben sie einen Schuldenberg von 116 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ende 2011 haben slowakische Ärzte nach dem Vorbild ihrer tschechischen Kollegen massenweise Kündigungen eingereicht, um höhere Löhne und mehr Finanzen für das Gesundheitswesen zu erzwingen. Beteiligt hatte sich über ein Drittel der rund 7.000 Krankenhausärzte im Land. Wegen der Drohung, die Gesundheitsbetreuung könnte völlig zusammenbrechen hat die damalige Regierung schließlich eingelenkt, vereinbart wurde eine schrittweise Lohnerhöhung, in diesem Jahr sollen die Gehälter der Krankenhausärzte bis auf das Dreifache des Durchschnittslohns im Land ansteigen.

apa.at

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