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APA-Artikel 20. Februar 2013

Oö. Ordensspitäler: Längere Wartezeiten, aber Verständnis für Streik

Wegen eines Streiks in den oberösterreichischen Ordensspitälern mussten Patienten am Mittwoch zwar längere Wartezeiten in Kauf nehmen, hatten aber laut Auskunft der Krankenhäuser großteils Verständnis für die Kampfmaßnahmen. Vor den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder und Schwestern in Linz sowie vor dem Klinikum Wels fanden Solidaritätskundgebungen der Gewerkschaft statt. Der Protest der Personalvertreter, die eine Teuerungsabgeltung fordern, dürfe nicht zulasten der Versorgung gehen, betonte LH Josef Pühringer (V). Die Verhandlungen sollen trotz des Streiks morgen, Donnerstag, fortgesetzt werden.

In der Ambulanz der Barmherzigen Brüder in Linz beispielsweise kam es zu längeren Wartezeiten. "Wir merken eindeutig, dass die Mitarbeiter fehlen", erklärte Sprecherin Doris Nentwich auf APA-Anfrage. Operationen würden aber wie gewohnt laufen, auch die Intensivstation werde nicht bestreikt. Bei den Barmherzigen Schwestern hingegen wird neben der Endoskopie und der Anästhesie auch der OP bestreikt - nur in Notfällen werde eine Ausnahme gemacht, berichtete Barbara Sacherl von der Presseabteilung. "Bisher hat es überhaupt keine Beschwerden gegeben." Stationäre Patienten bekämen von der Arbeitsniederlegung ohnehin nichts mit, sagte Sacherl.

"Die Mitarbeiter fühlen sich ungerecht behandelt und nicht wertgeschätzt", so Sonja Reitinger, die die KV-Verhandlungen auf Arbeitnehmerseite leitet, zum Warnstreik in den acht Krankenhäusern. Sie ortet unter den rund 10.000 Beschäftigten eine "massive Verärgerung". Die Maßnahmen seien als "Auftakt" zu verstehen. Morgen, Donnerstag, sollen in einer Betriebsrätekonferenz mögliche weitere Schritte beraten werden. Nach einem "Abspeisen" unter der Inflationsrate im vierten Jahr in Folge fordert die Gewerkschaft zumindest eine Abgeltung darüber oder eine unbefristete 39-Stunden-Woche. Die Arbeitgebervertreter haben bisher einen Bruttobetrag von maximal 20 Euro oder eine bis Jahresende befristete Verkürzung der Arbeitszeit von 40 auf 39,5 Stunden in Aussicht gestellt.

Gesundheits- und Finanzreferent Pühringer hatte sich diese Woche mit der Idee einer "vollkommenen Gleichstellung" aller Mitarbeiter in den verschiedenen Krankenhäusern in die Diskussion eingeschaltet. Er will eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung eines einheitlichen Dienst- und Besoldungsrechtes für die Beschäftigten der zu Orden gehörigen und der landeseigenen gespag-Häuser einsetzen. Der Geschäftsführer der Oberösterreichischen Ordensspitäler Koordinations GmbH, Peter Ausweger, sieht dadurch "neue Spielräume" eröffnet und erklärte, dass die Türen immer für Verhandlungen offenstünden. Bereits für morgen, Donnerstag, ist der nächste Verhandlungstermin angesetzt. Die Personalvertreter sind laut Reitinger zu Gesprächen über eine Angleichung in jenen Bereichen, in denen das auch möglich sei, bereit. Zuerst müsse aber der Teuerungsausgleich fixiert werden.

apa.at

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