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APA-Artikel 18. Februar 2013

Wiens Ärztekammer und Privatversicherungen brechen Verhandlungen ab

Die Vertragsverhandlungen zwischen der Wiener Ärztekammer und den Privatkrankenversicherungen sind am Montag vorerst gescheitert. Ein neuer Termin für Gespräche sei nicht vereinbart worden, informierte die Kammer in einer Aussendung. Im schlechtesten Fall drohe privatkrankenversicherten Patienten damit ab 1. März der vertragslose Zustand. Das bedeutet, dass sie die Rechnungen selber bezahlen und bei der Privatkrankenversicherung einreichen müssen.

"Unsere Verhandlungsposition war äußerst moderat. Trotzdem haben die Versicherungen eine Reduktion der Honorare beziehungsweise eine Nulllohnrunde gefordert", berichtete Stefan Felke, Referent für Sonderklassehonorare und Ärztekammer-Verhandlungsführer, in der Aussendung. Jede Erhöhung sei von den Privatkrankenversicherungen strikt abgelehnt worden: "Hätten wir dies akzeptiert, wäre es aufgrund der Inflation zu einem realen Einkommensverlust für Ärztinnen und Ärzte gekommen."

Die Position der Privatkrankenversicherungen ist für Felke auch insofern unverständlich, als diese im vergangen Jahr Prämiensteigerungen deutlich über der Inflationsrate durchgeführt hätten: "Hier versuchen die privaten Krankenversicherer, Gewinnmaximierung am Rücken und zum Schaden der bei ihnen versicherten Patienten zu erzielen."

Der Vertrag mit den Privatkrankenversicherungen endet am 28. Februar. Sollte einer der beiden Vertragspartner nicht von der Möglichkeit einer einmonatigen Verlängerungsoption Gebrauch machen, beginnt mit 1. März der vertragslose Zustand. Wird die Option in Anspruch genommen, verschiebt sich der Termin um maximal einen Monat, also auf 31. März. Eine nochmalige Verlängerung ist laut Kammer nicht möglich.

apa.at

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