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APA-Artikel 14. Februar 2013

Drogensubstitution - OSR-Expertin: Präventionsprogramme antiquiert

"Massenpräventionsprogramme in Sachen Drogen sind fragwürdig, kosten Geld und erreichen nicht die Zielgruppe", stellte am Donnerstag die Leiterin der Drogenambulanz an der psychiatrischen Universitätsklinik der MedUni Wien am AKH, auch Drogenexpertin im Obersten Sanitätsrat, Gabriele Fischer, zu aktuellen Aussagen von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) fest, wonach es an einer Anti-Drogenpolitik fehle.

Die Psychiaterin: "Solche Massenpräventionsprogramme sind völlig antiquiert. Österreich hat Millionen und Abermillionen für solche Projekte ausgegeben und nichts erreicht. (...) Die Sucht, die an erster Stelle in Österreich liegt, ist die Esssucht. Die kostet uns viel mehr als jede andere Sucht. Es ist veraltet, auf eine Droge, auf Zigaretten oder andere Drogen abzustellen. Man kann da nur mit einer ganzen Lifestyle-Bewegung eingreifen." Programme wie ehemals in den USA "Say no to drugs" hätten sich als ineffizient und teuer herausgestellt.

Die Expertin will vor allem die Qualität der Aus- und Fortbildung der Ärzte in der Substitutionstherapie in Österreich gefördert sehen: "Mit der Qualitätsinitiative QPCN (Quality Patient Care Network, Anm.) wurde ein internationales Netzwerk von Experten konstituiert, das Fortbildungen zu grundlegenden Fragen der evidenzbasierten Diagnostik und Behandlung der Opioidabhängigkeit für Ärzte bietet. Ziel ist die Verbesserung der Betreuung für Patienten und Patientinnen auf Grundlage standardisierter internationaler bester Praxismodelle. Dazu soll im März 2013 in allen Bundesländern ein durch die Österreichische Ärztekammer akkreditiertes Fortbildungsprogramm mit acht Modulen starten."

apa.at

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