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APA-Artikel 14. Februar 2013

Drogensubstitution - Experte Haltmayer: Ausbauen statt reduzieren

"Es gibt überhaupt keine Grund dafür, die Drogensubstitutionstherapie zu reduzieren. Ganz im Gegenteil, man sollte sie in Österreich ausbauen. In Wien haben wir eine Deckungsquote von 75 Prozent bei den infrage kommenden Patienten. Österreichweit liegt sie bei maximal 50 Prozent, zum Teil deutlich darunter", sagte am Donnerstag der Wiener Arzt und Drogenexperte Hans Haltmayer (Ambulatorium der Suchthilfe Wien), auch Referent für Substitution und Drogentherapie in der Wiener Ärztekammer, gegenüber der APA.

Haltmayer fasste seine Erfahrungen und die Erfahrungen seiner Institution so zusammen: "Wir haben jeden Tag Erfolgserlebnisse. Patienten kommen vom kriminellen Drogenmarkt weg. Sie kommen in ein Betreuungsverhältnis. Man kann eine ganz normale Gesundenuntersuchung durchführen. Sie können wieder einen fixen Wohnplatz und soziale Hilfe bekommen. Sie können wieder ein Teil der Gesellschaft werden."

Natürlich gebe es auch Möglichkeiten für Verbesserungen. Der Arzt: "Man sollte einen noch besseren Zugang zur Drogensubstitution schaffen - und zwar in ganz Österreich. Das sollte niedrigstschwellig möglich sein."

Haltmayers Wunsch: "Besonders würde ich mir wünschen, dass die Stigmatisierung dieser Patienten ein Ende hat. Seit Tagen haben wir angstvolle Anfragen, ob das stimmt, dass die Substitutionstherapie eingeschränkt wird." Unbeteiligte könnten sich gar nicht vorstellen, welch große Ängste das bei den Betroffenen verursache. "Das ist wirklich unverantwortlich."

apa.at

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