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APA-Artikel 13. Februar 2013

"Bio-Affäre" 2 - SALK-Geschäftsführer verteidigt Kündigung

"Die unverzügliche Kündigung war unvermeidbar, ich habe eher ein schlechtes Gewissen, nicht noch früher gehandelt zu haben". So verteidigte Burkhard van der Vorst, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK), gegenüber der APA die gestern, Dienstag, ausgesprochene Kündigung des leitenden SALK-Küchenmitarbeiters. "Der Mann hat die Geschäftsführung und damit in weiterer Folge auch den Landtag mit eindeutig gefälschten Zahlen über den Einsatz von Biolebensmittel getäuscht und darüber hinaus eine lange Reihe weiterer Kündigungsgründe geliefert. Eine Rückkehr dieses Mitarbeiters an diesen Arbeitsplatz ist unvorstellbar."

Van der Vorst erklärte weiter, er habe eine Aufforderung der Personalabteilung bekommen, alle relevanten Unterlagen zu diesem Fall zu übermitteln. "Dies ist das gute Recht der Personalabteilung, und dem wurde unverzüglich entsprochen." Darüber hinaus habe es aber keine Weisung seitens des zuständigen Personallandesrates Sepp Eisl (V) gegeben, von einer Kündigung Abstand zu nehmen. "Einer derartigen Weisung des Landesrates hätte ich folgen müssen. Aber sie wäre ohne Zweifel unternehmensschädigend gewesen."

"Bei unserer internen Revision sind eindeutige Fakten auf den Tisch gekommen, die man nicht mit 'Retourkutsche' oder 'Mobbing' abtun kann", sagte van der Vorst weiter. Dies sei eine nicht nachvollziehbare und wenig seriöse Verteidigungsaktion einer einzelnen konservativen Gewerkschafterin. "Man darf nicht vergessen, dass der Küchen-Mitarbeiter und Betriebsrat selbst in die sogenannte 'Gutschein-Affäre' um Schwarzgeld-Zahlungen an einzelne Mitarbeiter verwickelt waren", sagte der Klinik-Chef im APA-Gespräch.

Für van der Vorst ist nicht Bereicherung aber Täuschung in Sachen Bio-Lebensmittel eindeutig bewiesen. "Wir haben bisher alle Rechnungen und Belege des Jahres 2012 unter die Lupe genommen, und die Zahlen stimmen (gerade einmal 1,65 statt 30 Prozent der in den SALK-Küchen verarbeiteten Lebensmittel stammen aus Bio-Produktion, Anm.). Und in den Jahren davor wurde nach dem gleichen Schema gearbeitet." Mit heutigem Tag hat van der Vorst eine Bio-Kommission eingerichtet, die versuchen soll, so schnell wie möglich den geplanten 30-Prozent-Anteil von Bio-Lebensmittel auf den Tellern der Patienten sicherzustellen.

Definitiv ins gleiche Horn bläst der sozialdemokratische Gewerkschafter und Betriebsrat Thomas Brandstötter. In einem Brief an die Personal-Chefin sprach Brandstötter von "Manipulation der Dienstpläne, enormem Druck auf die Mitarbeiter, von Drohungen, Redeverbot und Angstregime". Urlaubswünsche seien subjektiv und ungerecht bearbeitet worden, wegen des Gangs zur Toilette oder nach Krankenständen sei nicht geredet, sondern bloß noch herumgeschrien worden, argumentierte der sozialdemokratische Betriebsrat in seiner Aussendung.

apa.at

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