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APA-Artikel 7. Februar 2013

Ärztekammer zu Stronach: "Um eine Skurrilität reicher"

"Mit der Forderung des Klubobmanns vom Team Stronach, Robert Lugar, Diagnose und Therapie zukünftig in unterschiedliche Hände zu legen, ist die gesundheitspolitische Reformdiskussion in Österreich um eine Skurrilität reicher." So trocken kommentierte der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, das von Lugar skizzierte Parteiprogramm.

 

Es sei medizinisch "völliger Nonsens", Diagnose und Therapie zu trennen, um damit Einsparungen im Gesundheitssystem zu erreichen. Denn kein Arzt in Österreich therapiere "aus Jux und Tollerei". Dafür gäbe es auch klare gesetzliche Vorgaben, an die sich jeder Arzt in Österreich zu halten habe.

 

Lugar unterstelle der Ärzteschaft, dass in Österreich übertherapiert werde. "Unnötig zu operieren bedeutet aber in letzter Konsequenz und auch aus rechtlicher Sicht eine Körperverletzung am Patienten", betont Szekeres.

 

Und auch im niedergelassenen Bereich gäbe es klare Richtlinien, an die sich die Ärzteschaft zu halten hätte. Szekeres: "Alle Krankenkassen achten sehr genau auf die Medikations- und Therapievorgaben ihrer Vertragsärzte. Schon bei geringen Auffälligkeiten werden die Kolleginnen und Kollegen von den Krankenkassen kontaktiert und müssen über ihre Therapien Rechenschaft ablegen." Es sei daher eine Unterstellung, den Ärztinnen und Ärzten vorzuwerfen, die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe zu treiben, indem sie unnötige Therapien verschrieben.

 

Eine Absage erteilt Szekeres auch der Idee, den Preisdruck im Gesundheitswesen zu erhöhen, indem private Anbieter vermehrt zu öffentlichen Anbietern in Konkurrenz treten sollten. Erfahrungen, vor allem in Deutschland, hätten gezeigt, dass bei jedem Versuch, vermehrt auf private Anbieter zurückzugreifen, die Qualität massiv leide. Darüber hinaus würde bei der Einbindung von privaten Investoren die Behandlung von Menschen ausschließlich unter gewinnorientierten Aspekten gesehen werden. Der Patient werde so zum "Spielball ökonomischer Interessen", kritisiert der Ärztekammerpräsident.

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