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APA-Artikel 31. Jänner 2013

RH:Schulärztlicher und -psychologischer Dienst inhomogen, ineffizient

Klaren Verbesserungsbedarf ortet der Rechnungshof (RH) in einem aktuellen Bericht beim schulärztlichen und schulpsychologischen Dienst. Der RH kritisiert etwa geringe Effizienz bei Schulärzten durch die strikte Trennung zwischen der ihnen erlaubten "Schulgesundheitspflege" (Untersuchungen, Gutachten; Zuständigkeit des Unterrichtsministeriums) und der Gesundheitsvorsorge (Impfungen; Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums).

Erschwerend kommt dazu, dass das Unterrichtsministerium nur für Schulärzte an Bundesschulen (AHS bzw. berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS) zuständig ist, an Pflichtschulen (Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) hingegen Länder und Gemeinden. Die Folge laut RH: "zersplitterte Aufgaben- und Zuständigkeitsverteilung" sowie "Inhomogenität".

Schulpsychologen sind zwar für alle Schularten zuständig, wegen der unterschiedlichen Verfasstheit, Organisation und Aufgaben gab es aber trotz des gemeinsamen Betätigungsfelds mit den Schulärzten - Gesundheit der Schüler - "keine Synergiepotenziale". Zudem sei hier seit 2011 "eine Art 'Zwei-Klassen-Gesellschaft'" entstanden. Damals wurde mit dem "Österreichischen Zentrum für psychologische Gewaltprävention im Schulbereich (ÖZPGS)" vom Unterrichtsministerium ein Verein gegründet, über den Psychologen für Gewaltprävention an Schulen angestellt wurden. Der RH kritisiert, dass diese Mitarbeiter nicht über die spezielle Ausbildung von Schulpsychologen verfügen und zudem nur einen eingeschränkten Bereich von deren üblichen Aufgaben abdecken.

Außerdem scheinen die Gehälter der "Vereinspsychologen" nicht als Personal-, sondern als Sachausgaben im Budget des Ministeriums auf: "Dies kam letztlich einer Umgehung des Stellenplans des Bundes gleich und verminderte die Transparenz des Bundeshaushalts. Diese Vorgehensweise stand im Konflikt mit dem Grundsatz der Budgetwahrheit." Der Rechnungshof fordert deshalb die Auflösung des ÖZPGS und die Anstellung der Mitarbeiter beim Bund. Das ist allerdings "mangels vorhandener Planstellen nicht möglich", heißt es in der Replik des Ministeriums.

Unzufrieden ist der RH auch mit dem Umgang mit den Daten, die Schulärzte bei den jährlichen Gesundheitsüberprüfungen erheben: Diese würden nicht elektronisch erfasst, nicht an das Gesundheitsministerium weitergeleitet und in weiterer Folge auch nicht zur Identifizierung von Risikogruppen oder für Präventionsmaßnahmen genutzt. Eine durchgehende Qualitätssicherung der Leistungen von Schulärzten geht dem RH indes ab. Auch bei den Schulpsychologen vermisst der RH einen österreichweiten Gesamtbericht sowie eine einheitliche Datenerfassung, was zu eingeschränkter Validität und Aussagekraft der Fallstatistiken führt.

Der RH schlägt dem Unterrichtsministerium vor, den Schulärzten "kostenneutral" weitere Tätigkeiten wie Gesundheitsvorsorge zu übertragen, außerdem sollen angesichts teils identer Aufgaben Synergiepotenziale mit Arbeitsmedizinern (Schulgebäude-Begehung etc.) ausgelotet werden. Beide Ministerien sollten zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten ihre Zusammenarbeit intensivieren und außerdem künftig die externe Vergabe von Projekten kritisch hinterfragen.

Service: Bericht als PDF: http://go.apa.at/vF68wpUP

apa.at

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