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APA-Artikel 30. Jänner 2013

Primarärzte warnen vor Medizinermangel

Der Verband der leitenden Krankenhausärzte Österreichs warnt vor einem drohenden Ärztemangel. Seit einigen Jahren sei es mit dem Überschuss an Medizinern vorbei, Turnusärzte gebe es vor allem am Land bereits zu wenig, sagte Otto Traindl, kürzlich gewählter Chef der Vereinigung am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Als Ursache ortete er die limitierten Plätze an den Medizin-Unis, aber auch die Abwanderung ins Ausland.

Wenn jetzt die Turnusärzte fehlten, werde sich das in drei Jahren bei den Allgemeinmedizinern und in sechs Jahren bei den Fachärzten bemerkbar machen, so Traindl, der den Job als Primarärzte-Sprecher vom früheren FP-Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck übernommen hat. Er forderte zusätzliche Studienplätze, aber auch bessere Angebote für die Mediziner.

Ganz ähnlich sah das Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. "In Österreich lebt man noch in der Zeit, wo die jungen Kollegen als Bittsteller in die Krankenhäuser kamen." Einmal mehr plädierte er für eine zentrale Rolle des Hausarztes im Gesundheitssystem, eine Attraktivierung der Ärzteausbildung und die aus Kammer-Sicht schon lange fällige Schaffung des "Facharztes für Allgemeinmedizin".

Wechselberger widmete sich auch den Wünschen der Krankenhäuser für die von den Ärzten skeptisch beäugten Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA). Entscheidend sei die Benutzbarkeit, die Zeit des Befundstudiums müsse durch das System verkürzt werden. So brauche es eine Suchfunktion, die garantiere, alle relevanten Daten schnell und sicher zur Verfügung zu bekommen. "Von dieser Usability wird abhängen, ob ELGA ein Flop wird oder nicht", sagte der Kammer-Präsident.

apa.at

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