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APA-Artikel 30. Jänner 2013

Lebenshilfe fordert Verbesserung der medizinischen Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen

Die Hürden für Zahnbehandlungen sind für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung unverhältnismäßig hoch, kritisiert die Lebenshilfe Österreich in Reaktion auf einen heute im "Der Standard" erschienen Artikel. "Wartezeiten im Ausmaß von fünf Monaten halte ich schlicht und ergreifend für untragbar", reagiert Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber

Ausschlaggebend für die schlechte medizinische Versorgungslage dieser Personengruppe sind laut Weber zu wenig Anlaufstellen und die mangelnde Bereitschaft des Gesundheitssystems, den Mehraufwand bei der medizinischen Behandlungen zu ersetzen. "Zum einen braucht es mehr Zeit für ein vertrauensbildendes Gespräch sowie für die Diagnoseerstellung, zum anderen spezifische Ausstattung und medizinische Kompetenzen", erklärt Weber. Ein Großteil der Zahnbehandlungen bei Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung können nur unter Vollnarkose durchgeführt werden, genauso, wie es auch bei Angstpatientinnen und -patienten der Fall ist.

"Wir wollen verhindern, dass engagierte Ärztinnen und Ärzte mit finanziellen Nachteilen bestraft werden. Die Kosten auf die Patientin und den Patienten abzuwälzen, lehnen wir ab. Die Sozialpolitik ist gefordert, auf die spezielle Situation von Menschen mit Beeinträchtigungen zu reagieren und Kassenverträge entsprechend anzupassen", fordert Weber.

Um die Gesundheitssituation von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern, drängt die Lebenshilfe auf einen Ausbau von barrierefreien Arztpraxen und Ambulanzen, Schulungen von Arztinnen und Ärzten in Bezug auf die Behandlung von Menschen mit Beeinträchtigungen und eine verstärkte Vernetzung von Ärztekammer und Krankenkassen. "Bemerkenswert sind Initiativen wie die des Vereins "VUP Austria - Very Unequal People" und Behindertenambulanzen, wie sie von den Krankenhäusern der Barmherzigen Brüder betrieben werden. Das übergeordnete Ziel ist die inklusive Behandlung aller Patientinnen und Patienten, unabhängig von einer Beeinträchtigung", so Weber abschließend.

apa.at

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