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APA-Artikel 22. Jänner 2013

Elisabethinen und GKK mit erster ambulanter Adipositas-Therapie in OÖ

Das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz und die oberösterreichische Gebietskrankenkasse (GKK) haben mit "Medikcal" ein Zentrum für eine ambulante Adipositas-Therapie gegründet - das einzige bundesweit neben Salzburg. In einem interdisziplinären Jahresprogramm wird Fettleibigen geholfen. Bei einer Gewichtsreduktion um 15 Prozent trägt die GKK die halben Kosten. Die ärztliche Leiterin Edith Hartmann, der Geschäftsführer der Elisabethinen, Raimund Kaplinger, und ÖOGKK-Spartendirektor Franz Kiesl stellten "Medikcal" in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz vor.

27,6 Prozent der Österreicher sind übergewichtig, 12,2 Prozent adipös, so der Ernährungsbericht 2012. Das bedeute eine Steigerung gegenüber 2008, als elf Prozent Fettleibige gezählt wurden. Neben verminderter Lebensqualität seien auch zahlreiche Folgeerkrankungen vorprogrammiert, so Kaplinger, beispielsweise Diabetes. Hauptursachen für Fettleibigkeit seien eine energiereiche, nährstoffarme Ernährung und zu wenig Bewegung. Sie sei eine chronische Erkrankung und brauche auch ein lang anhaltendes, interdisziplinäres Gegenprogramm, sagte Hartmann.

"Medikcal" biete einen multiprofessionellen Ansatz mit Betreuung durch Diätologen, Physiotherapeuten, Psychologen, Ärzte und Krankenpfleger, einmal wöchentlich für dreieinhalb Stunden. In der ersten Woche werde das bisherige Verhalten analysiert, dann folgen drei Monate Fasten mit einer Formuladiät, bei der es zu einem effektiven Fettverlust bei gleichzeitigem Erhalt von Muskelgewebe komme, so Hartmann. Der deutliche Gewichtsverlust sei sehr motivierend. In der folgenden Zeit wird auf eine ausgewogene Mischkost umgestellt, allerdings ohne vorgegebenen Ernährungsplan. In der 31 Wochen dauernden Stabilisierungsphase soll das neu erworbene Ess- und Bewegungsverhalten gefestigt werden. "Wir wollen, dass die Patienten lernen, sich frei zu entscheiden, das Richtige zu essen", so die Medizinerin.

Das 3.800 Euro teure Jahres-Programm wende sich an Menschen von 18 bis 60 Jahren mit einem Body-Mass-Index ab 35 oder 40. Ein BMI von 40 entspreche 110 Kilo Gewicht bei einer Größe von 1,65 Metern, veranschaulichte Kiesl. Die GKK übernimmt die Hälfte der Kurskosten, wenn der Versicherte am Ende mindestens 15 Prozent seiner Kilos verloren hat. Ein Jahr danach gibt es 200 Euro Prämie, wenn das Gewicht gehalten wurde. Zunächst startet ein zweijähriges Pilotprojekt, bei Erfolg gibt es ein dauerhaftes Angebot. Man sei an langfristigen Ergebnissen interessiert und werde auch über das Jahr hinaus Betreuung bieten, waren sich die Beteiligten einig.

Erfahrungen aus Deutschland mit über 8.000 Patienten hätten gezeigt, dass durchschnittlich 19 Prozent des Gewichts, im Mittel etwa 21 Kilo, verloren und in der Stabilisierungsphase nur drei Kilo zugenommen würden, so Hartmann. In Linz soll es pro Jahr vier Gruppen zu je 14 bis 16 Teilnehmern geben, Start ist im April.

(S E R V I C E - Infoabend am 27. Februar, 19 Uhr, forte Fortbildungszentrum, Museumstraße 31, Linz. http://www.medikcal.at)

apa.at

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