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APA-Artikel 18. Jänner 2013

Klare Mehrheit der Ärzte unzufrieden mit ihrer Lage

58 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind unzufrieden mit ihrem Einkommen. Zwei von drei Ärzten wollen nur im bisherigen System der kassenärztlichen Versorgung weitermachen, falls es sich in ihrem Sinne verbessert und ihnen feste Preise und größere Freiheiten ermöglicht. Bei nur 40 Prozent entspricht das Einkommen den eigenen Vorstellungen. Dies geht aus einer Befragung des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft infas im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Die Ergebnisse wurden am Freitag in Berlin vorgestellt. Rund 80 000 der rund 150 000 Ärzte und Psychotherapeuten beteiligten sich an der Befragung, die somit ein zuverlässiges Meinungsbild ergebe, hieß es.

88 Prozent der Ärzte fordern feste und kostendeckende Preise, 72 Prozent mehr Therapiefreiheit, wenn das bisherige System der Versorgung durch Kassenärzte aufrecht erhalten bleiben solle. 67 Prozent beklagen, für die Patientenbehandlung stehe nicht ausreichend Zeit zur Verfügung. Die Wirtschaftslage der eigenen Praxis bezeichnen 47 Prozent als gut, 49 Prozent verneinen dies. Spaß an der Arbeit haben demnach 86 Prozent.

66 Prozent meinen, das heutige System der kassenärztlichen Versorgung könne nur bleiben, falls es sich zugunsten der Mediziner verändert. "Es gibt kein Weiter so", sagte KBV-Chef Andreas Köhler. 6 Prozent meinen sogar, man brauche ein anderes System.

Das monatliche Nettoeinkommen der Kassenärzte von gesetzlichen und privaten Kassen beträgt im Durchschnitt 5442 Euro. Einem Allgemeinmediziner blieben laut KBV im Schnitt 5018 Euro pro Monat, einem Orthopäden 6344 Euro, einem Psychotherapeuten dagegen nur 2658 Euro.

Köhler sagte, die Ärzte wollten nicht in erster Linie mehr Geld, sondern mehr Planbarkeit und therapeutische Freiheit. Deutschlands Kassenärzte sollen im kommenden Jahr zusammen zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro mehr verdienen. Für Ärzte-Honorare stiegen die Kassenausgaben 2011 um gut zehn Prozent auf 33,7 Milliarden Euro.

apa.at

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