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APA-Artikel 17. Jänner 2013

Kaske fordert bessere Organisationsqualität sowie faire Entlohnung für Gesundheitsberufe

Für mehr Gesundheitskompetenz in den Gesundheitsberufen ist die Organisationsqualität im Betrieb ebenso wichtig wie die Ausbildungsqualität der MitarbeiterInnen, betont Rudolf Kaske, Vizepräsident der AK Wien, heute anlässlich des Tages der Gesundheitsberufe. "Es ist fast anachronistisch, dass Menschen, die sich Tag für Tag um die Gesundheit anderer sorgen, selbst durch ihre Arbeit in der Gesundheit bedroht sind", sagt Kaske und verweist auf erhebliche Mängel in den Arbeitsabläufen in den Gesundheitsberufen.

So werden Beschäftigte regelmäßig aus der Freizeit zum Dienst beordert oder Stellen nicht nachbesetzt, womit eine erhebliche Ausdünnung qualifizierter MitarbeiterInnen erfolgt. Kaske fordert, dass neben den Ärzten auch nichtärztliche Gesundheitsberufe, die den Großteil der im Gesundheitswesen Beschäftigten stellen, bei Beratungen über anstehende Gesundheitsreformen mit einzubeziehen sind. Und Kaske stellt klar: "Wesentlich ist für mich auch eine faire Entlohnung der Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Nulllohnrunden oder Lohnerhöhungen unter der Inflationsrate lehne ich ab. Die Arbeit im Gesundheitsbereich, in der Pflege und Betreuung ist - wie viele Studien belegen - physisch und psychisch sehr anstrengend und muss adäquat entlohnt werden." Der AK Vizepräsident begrüßt das Struktur-Konzept für die Pflege, das ein klares Bekenntnis abgibt, dass Pflegekosten auch in Zukunft durch Steuern finanziert werden sollen: "Die Einführung einer Vermögenssteuer ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Damit könnte auch der Anstieg der Kosten für die Pflege abgedeckt werden." Auch die im Konzept vorgesehene Ausbildungsoffensive wird von Kaske begrüßt. Es fehlt eine bundesweit einheitliche Berechnungsweise des Personalschlüssels, bedauert Kaske und drängt weiterhin auf einheitliche Mindestvorgaben.

ArbeitnehmerInnen müssen sich in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen können. Ihre Arbeitsleistung muss anerkannt werden und sie müssen gesunde Arbeitsbedingungen vorfinden, um leistungsfähig zu sein und zu bleiben. Es ist und bleibt Aufgabe der Arbeitgeber, für gesundheitsförderliche Verhältnisse im Betrieb zu sorgen. Die für Gesundheit verantwortlichen MitarbeiterInnen dürfen durch Unzulänglichkeiten am Arbeitsplatz nicht selbst krank werden.

Wenn Einsparungen im Gesundheitswesen zu weniger qualifizierten MitarbeiterInnen führen, heißt das: Schlechtere Versorgung der Patienten. Die AK lehnt das ab. Daher ist es notwendig, neben den Ärzten auch nichtärztliche Gesundheitsberufe, die den Großteil der im Gesundheitsbereich Beschäftigten stellen, bei den künftigen Beratungen über qualitative Gesundheitsreformen mit einzubeziehen.

Die obersten zehn Prozent, die Wohlhabendsten, verfügen derzeit über große Steuerprivilegien. Sie müssen endlich einen fairen Beitrag in das Steuersystem leisten. Die Einführung einer Vermögenssteuer und einer Steuer auf große Erbschaften ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Damit könnte auch der Anstieg der Kosten für die Pflege abgedeckt werden.

Aus AK Sicht bedauerlich ist, dass es in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Pflege nicht gelungen ist, sich auf eine bundesweit einheitliche Berechnungsweise des Personalschlüssels in den Pflegeeinrichtungen zu verständigen. Die personelle Unterbesetzung und die damit einhergehend hohe Arbeitsbelastung stellt eines der Hauptprobleme für die Beschäftigten dar. Die AK drängt deshalb weiter auf bundesweit einheitliche Mindestvorgaben.

apa.at

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