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APA-Artikel 17. Jänner 2013

Gesundheitskompetenz vorhanden, aber nicht immer gewünscht

"Die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen haben Kompetenz, ob dies vom Dienstgeber immer gewünscht ist, daran zweifle ich", stellte Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE/FGV Gesundheits- und Sozialberufe, bei der heutigen Konferenz "Gesundheitskompetenz in den Gesundheitsberufen" anlässlich des 3. Tages der Gesundheitsberufe in der AK-Wien fest.

Mit der Gesundheitskompetenz der ÖsterreicherInnen stehe es nicht zum Besten, das hat eine erst diese Woche veröffentlichte Studie der Gesundheitsberufe-Konferenz ergeben. Es fehle vor allem an verständlicher Information. Dies sei alarmierend, denn wer gut informiert ist und die eigene Gesundheit selbst in die Hand nimmt, lebt länger und kann mit Krankheiten besser umgehen. Zellhofer: "Die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen sind in der Lage die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, allerdings fehlt es oft an der dafür notwendigen Zeit. Dazu kommt noch, dass die MitarbeiterInnen unter einer enormen Arbeitsbelastung leiden, sehr oft auch zum Nachteil ihrer eigenen Gesundheit."

Als Gründe dafür nannte der ARGE-Vorsitzende, dass Gesundheit als Kosten- und nicht als Wirtschaftsfaktor gesehen werde. Gleichzeitig herrsche in den DirektorInnen-Etagen der verschiedenen Gesundheitseinrichtungen oft Kurzsichtigkeit statt Langfristdenken. Zellhofer: "Es wird völlig verdrängt, dass der Anteil der öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben derzeit etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beträgt und jeder fünfte Euro an Wirtschaftsleistung in Gesundheitsbereich und durch von diesem ausgelösten Wirtschaftsaktivitäten erzielt wird."

Der ARGE-Vorsitzende hält es für unvernünftig wie derzeit mit den Beschäftigten in den Gesundheitsberufen umgegangen werde. Zellhofer: "Die Arbeitsbedingungen werden bis an die Belastungsgrenzen verschlechtert, die Zeit zur Kompetenzweitergabe gestrichen und am Ende nennt man das womöglich auch noch Gesundheitsreform. Das kann und darf es nicht sein." Jedenfalls, so der ARGE-Vorsitzende, müsse endlich ein radikales Umdenken eingeleitet werden und warnte davor, dass die aktuelle beschlossenen Maßnahmen im Gesundheitssystem als "Weisheit letzter Schluss" zu sehen. Zellhofer: "Das muss ?unten? ankommen, bei den PatientInnen durch mehr Qualität und den Beschäftigten durch bessere Arbeitsbedingungen."

apa.at

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