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APA-Artikel 17. Jänner 2013

VP-Korosec ad Turnusärzte: Medizinernachwuchs wird seit Jahren für Systemerhaltung missbraucht

Wenig überrascht von den Ergebnissen des jüngsten Kontrollamtsberichts über die Ausbeutung von Turnusärzt/innen als willige und billige Hilfskräfte in den Wiener Spitälern zeigt sich die Gesundheitssprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Ingrid Korosec. Die Defizite sind der obersten Führungsebene angefangen bei der zuständigen Gesundheitsstadträtin und dem Management des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) seit Jahren bekannt.

Bereits im Vorjahr gab es dazu einen Kontrollamtsbericht der eindeutig belegt hat, dass Turnusärzt/innen sehr oft für Tätigkeiten wie Blut abnehmen, Infusionen verabreichen und diverse Schreibarbeiten herangezogen wurden und dass dabei viel Arbeitszeit verstreicht, die eigentlich für die Ausbildung genutzt werden müsste.

Auch Abteilungsvorstände nicht frei von Schuld am Status quo

Laut Kontrollamtsbericht 2012 mussten Jungmediziner in manchen Spitalsabteilungen teilweise bis zur Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Routinetätigkeiten zubringen. Weiters gab es auch Fälle, wo die Durchführung von delegierbaren Tätigkeiten durch das Pflegepersonal zwar möglich war, aber von den Abteilungsverantwortlichen einfach nicht gewährt wurde.

Korosec: "Dieses Verhalten ist in meinen Augen besonders scharf zu kritisieren, wenn Möglichkeiten zur besseren Arbeitsaufteilung absichtlich nicht genutzt ja sogar mit aller Kraft unterbunden werden. Hier schädigen Abteilungsvorstände nicht nur das Arbeitsklima der unterschiedlichen Berufsgruppen am Arbeitsplatz, sondern legen dem medizinischen Nachwuchs darüber hinaus auch noch unnötige Steine in den Weg, wenn dadurch das Fortkommen im Studium und die Ausbildungsqualität negativ beeinflusst wird."

Besonders verärgert zeigt sich die VP Wien-Gesundheitssprecherin in diesem Zusammenhang vom Verhalten des KAV-Generaldirektors Wilhelm Marhold, der diese desaströsen Zustände in den städtischen Spitälern schon lange kennt und daher bereits vor mehreren Jahren Gegenmaßnahmen hätte umsetzen müssen - allen voran die Realisierung eines modernen und flexiblen Arbeitszeitmodells.

"Es muss endlich ein handfestes Verhandlungsergebnis für ein modernes Arbeitszeitmodell in den Spitälern auf den Tisch gelegt werden. Es ist höchst an der Zeit, dass die zuständige Gesundheitsstadträtin endlich Ergebnisse von ihrer Führungscrew einfordert", betont Korosec.

apa.at

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