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APA-Artikel 17. Jänner 2013

Nach Tod von Dreijährigem hob OLG Innsbruck Freispruch von Ärztin auf

Nach dem Freispruch einer damals 31-jährigen Assistenzärztin der Innsbrucker Kinderklinik, die nach erstinstanzlicher Auffassung 2010 nicht für den Tod des dreijährigen Amel mitverantwortlich war, hat das Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck den Urteilsspruch von Jänner 2012 nun aufgehoben. "Die Staatsanwaltschaft hat Nichtigkeitsbeschwerde beantragt, der stattgegeben wurde", bestätigte OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann am Donnerstag der APA einen Bericht von "ORF Radio Tirol".

Ob nun weitere Gutachten eingeholt oder zusätzliche Zeugen einvernommen würden, konnte er nicht sagen. In jedem Fall sei aber die Entscheidungsgrundlage zu erweitern, erläuterte Zimmermann. Nun heiße es zurück an den Start, das Verfahren müsse vom Landesgericht neuerlich verhandelt werden.

Der Assistenzärztin aus Deutschland war neben einem 50-jährigen Oberarzt im Erstverfahren am 13. Jänner 2012 die fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen vorgeworfen worden. Im Falle einer Verurteilung hätten der Frau und dem Mann bis zu drei Jahren Haft gedroht.

Die 31-Jährige wurde freigesprochen, weil keine "subjektive Sorgfaltswidrigkeit" vorlag, hatte Richter Günther Böhler begründet. Sie sei als Assistenzärztin nicht befugt gewesen, selbst Anordnungen zu treffen. Sie habe dem Oberarzt "wahrheits- und ordnungsgemäß" Therapievorschläge mitgeteilt. Dieser habe schließlich über die Maßnahmen entschieden. Der deutsche Oberarzt wurde Ende November 2012 wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe in einer Höhe von 9.000 Euro - vorerst nicht rechtskräftig - verurteilt.

Der kleine Amel hatte an chronischer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) gelitten und war im April 2010 nach einer fast überstandenen Scharlacherkrankung an der Kinderklinik wegen Verstopfung mit einer zu hohen Dosis phosphathältiger Einlaufflüssigkeit behandelt worden. Schließlich starb das Kind an einer Stoffwechselentgleisung.

apa.at

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