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APA-Artikel 16. Jänner 2013

Mitarbeiter der oö. Ordensspitäler hielten Aktionstag ab

Die Mitarbeiter der oö. Ordensspitäler haben am Mittwoch - zeitgleich mit dem Protest der Ärzte gegen die Gesundheitsreform - im Rahmen eines Aktionstages auf ihre Gehaltsforderungen aufmerksam gemacht. Die Personalvertreter der rund 10.000 Beschäftigten verlangen zumindest eine Erhöhung über der Inflation von derzeit etwa 2,8 Prozent. Die Arbeitgeberseite bot bisher aber nur ein Prozent, maximal jedoch 20 Euro.

Sowohl bei den Barmherzigen Brüdern und Schwestern sowie den Elisabethinen in Linz als auch in den Spitälern Braunau, Ried und Sierning fanden Betriebsversammlungen bzw. gemeinsame Märsche zu der jeweiligen Geschäftsführung statt. Im Klinikum Wels wurden den ganzen Tag über Patienteninfos verteilt, auch in anderen Häusern gingen Vertreter der Beschäftigten durch die Ambulanzen, um Patienten und Besucher auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, oder informierten mittels Transparenten und Plakaten.

Die Belegschaftsvertreter beklagen, dass es in den vergangenen drei Jahren bereits zu Reallohnverlusten zwischen einem und 2,54 Prozent gekommen sei. Zudem sei durch zwei Spitalsreformen die Arbeitsbelastung gestiegen, Burn-out-Fälle würden sich häufen, so Verhandlungsführerin Sonja Reitinger. Zumindest die Teuerung müsse abgegolten werden, alles andere sei inakzeptabel.

Bevor die nächste, die bisher vierte, Verhandlungsrunde am 29. Jänner startet, wollten die Beschäftigten ihren Forderungen noch einmal Nachdruck verleihen. Falls es wieder zu keiner Einigung kommt, lassen sie sich "weitere Schritte" offen. Für die Gewerkschaft vida wäre auch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 auf 39 Stunden eine Alternative. Das stößt aber auf der Arbeitgeberseite ebenfalls auf wenig Begeisterung. Beim Landesspitalsträger gespag gibt es die 39-Stunden-Woche bereits, allerdings wurde sie gleichzeitig mit einem Jahresarbeitszeitmodell eingeführt.

Unterstützung für die Mitarbeiter der Ordensspitäler kam vom ÖGB-Landesvorsitzenden Johann Kalliauer: "Die Forderung nach einer Abgeltung der Inflation ist mehr als gerechtfertigt. Gerade auch die Hilfskräfte in Krankenhäusern - in der Küche, in der Reinigung oder im Pflegebereich - können es sich nicht leisten, Jahr für Jahr Einkommen zu verlieren." Gut ausgebildetes, motiviertes Personal, das 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag im Einsatz sei, müsse auch etwas wert sein. Die Spitalsträger müssten dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter "nicht zum vierten Mal in Serie real Einkommen verlieren", so Kalliauer.

apa.at

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