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APA-Artikel 16. Jänner 2013

Notfallstation des Basler Unispitals verkürzt Wartezeiten

Notfallpatienten des Universitätsspitals Basel können auf kürzere Wartezeiten hoffen. Mit der Einführung eines in den USA bereits bewährten Notfall-Flusskonzeptes wollen die Verantwortlichen die Effizienz steigern und zugleich die Qualität verbessern.

Das am Mittwoch den Medien vorgestellte Konzept setzt bei der Organisation an: Die in den Notfallstationen der ganzen Schweiz bekannten Abläufe werden kurzerhand auf den Kopf gestellt. So kümmern sich im Notfallzentrum des Basler Unispitals in Zukunft als erstes Fachärzte um die Patienten, noch bevor die Administration deren Daten aufnimmt.

Standardisierte Fragestellungen sowie aufeinander abgestimmte Schnittstellen und Leistungseinheiten sind weitere Elemente, die für effizientere Abläufe sorgen sollen. Statt hintereinander sollen verschiedene Schritte in Zukunft gleichzeitig erfolgen.

Aufgezeigt wurde die mögliche Zeitersparnis am Beispiel eines Schlüsselbeinbruchs: Führte ein solcher nach dem bisherigen System zu einer Aufenthaltsdauer von sechs Stunden in der Notfallstation, reichen mit dem neuen Konzept 105 Minuten. Die Zahl der Gespräche mit administrativem, pflegendem und ärztlichem Personal sinkt von 26 auf fünf bis sechs.

Neue Abklärungs- und Überwachungseinheit

Ein weiterer Bestandteil des Notfall-Flusskonzepts ist eine Abklärungs- und Überwachungseinheit, die bis September 2014 für länger dauernde Abklärungen aufgebaut werden soll. In einem zentralen «Cockpit» können gleichzeitig bei mehreren Patienten Blutdruck, Sauerstoffsättigung sowie das Elektrokardiogramm überprüft werden.

Profitieren kann vom neuen Konzept jenes Drittel der Basler Notfallpatienten, die aufgrund der Schwere ihrer Krankheit oder Verletzung nicht ohnehin umgehend behandelt werden müssen. Umgesetzt werden soll das Anfang Jahr gestartete Projekt innert 18 Monaten. Die durchschnittliche Wartezeit von 60 Minuten bis zum ersten Kontakt mit einem Arzt soll zumindest halbiert werden.

Für die Umsetzung des Konzepts wird mit Investitionen in die Infrastruktur von einigen hunderttausend Franken sowie etwa einem halben Dutzend neuen Stellen gerechnet. Eine bald notwendige Vergrösserung der Kapazitäten auf konventionelle Weise wäre viel teurer geworden.

Patientenzufriedenheit steigt

In den USA führte das Notfall-Flusskonzept laut Roland Bingisser, Chefarzt der Basler Notfallstation, in kurzer Zeit zu kürzeren Wartezeiten und höherer Patientenzufriedenheit. In der Schweiz ist das Universitätsspital Basel das erste Krankenhaus, das es umsetzt. Die Spitäler von Aarau und Biel planen den gleichen Schritt, weitere prüfen ihn noch.

Was schwere Fälle wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Polytrauma betrifft, muss die Schweiz laut Bingisser keinen Vergleich scheuen mit den Top-Notfallzentren der USA. Basel sei teilweise gar besser, was die Zeit bis zur Behandlung und den frühen Einbezug der Spezialisten betrifft.

apa.at

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