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APA-Artikel 16. Jänner 2013

Ski-WM: Schladminger Diakonissen-Krankenhaus sieht sich gut gerüstet

Für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften (4.-17. Februar) sieht sich das Diakonissen-Krankenhaus (DKH) Schladming gut gerüstet. "Wir sind für die Versorgung möglicher Patienten personell und auch was die Ausstattung anbelangt bestens vorbereitet", sagte Oberarzt Christian Kaulfersch, Leiter des Departements für Unfallchirurgie in Schladming, im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Für Sportler und VIPs stehen eigene Räume zur Verfügung.

Das seit über 50 Jahren bestehende und seit 2006 in einem Neubau untergebrachte Spital blickt in der Versorgung von Sporttouristen und Rennläufern auf langjährige Erfahrung zurück: "Wir haben im vergangenen Jahrzehnt mit dem Nightrace, zu dem bis zu 50.000 Zuschauer anreisen, viel Erfahrung in der Versorgung von Besuchern und Sportlern sammeln können - personell mussten wir nicht nachjustieren", erklärte Kaulfersch. Auch vonseiten der medizinischen Ausstattung sei - nach langem Ringen um ein Magnetresonanztomografiegerät (MRT) - nun "alles komplett".

Neben Kaulfersch besteht das unfallchirurgische Team aus sechs Fachärzten und vier Assistenzärzten. "Wir waren im Vorfeld zum Erfahrungsaustausch in Garmisch-Partenkirchen. Dort hatte man zur WM 2011 auf unsere jetzige Teamgröße aufgestockt", so der Departement-Leiter. Seine Mitarbeiter seien darauf eingestellt, dass sie in den Wintermonaten mit einer intensiveren Arbeitsphase und vermehrten Diensten zu rechnen haben. "Sie haben sich bereit erklärt, für diese Zeit auf Urlaub zu verzichten, sodass wir mit 100-prozentiger Besetzung arbeiten können", erklärte Kaulfersch.

An den Renn- und Trainingstagen wird innerhalb des Unfallteams ein spezielles Team aus einem Oberarzt und einem Assistenzarzt und Pflegern von der Tagesroutine freigestellt, um im Bedarfsfall die verunglückten Sportler und VIPs - "es kann sich auch ein Bundeskanzler oder anderer hoher Besucher ein Bein brechen", so Kaulfersch - zu versorgen. Dafür wurden ein eigener OP und zusätzliche Räume reserviert. "Falls die Unfallopfer stationär aufgenommen werden müssen, stehen für sie drei Zimmer in der Sonderklasse zur Verfügung", ergänzte die Schladminger Unfallchirurgin Alexandra Reimann. Die Oberärztin, die auch als ÖSV-Ärztin tätig ist, leitet abwechselnd mit Kaulfersch das Spezialteam an den Renntagen.

Damit im Unglücksfall auf oder neben der Piste schnell und professionell gehandelt werden kann, ist - basierend auf den FIS-Vorgaben für die Rettungskette - mit dem leitenden Schladminger Sportmediziner Georg Fritsch und der Bergrettung ein Konzept erarbeitet worden, schilderte Kaulfersch. Demnach wurde ein Team aus rund 20 Medizinern mit notfallmedizinischer und bergrettungstechnischer Ausbildung zusammengestellt, von denen je neun im Pistenbereich und zwei im Zielraum ihren Dienst versehen.

"Wir stehen mit den Pistenärzten über Telefon und Funk in Kontakt. Zusätzlich verfolgen wir die Rennen im Spital am TV-Gerät, um mögliche Stürze zu sehen und beurteilen zu können, was auf uns zukommt", erklärte Reimann. "Grundsätzlich sollen alle verunglückten Rennläufer zu uns ins Diakonissen-Krankenhaus transportiert werden. Wenn aber absehbar ist, dass schwere Gefäß- oder Schädelverletzungen vorliegen, werden die Sportler unmittelbar in die Salzburger Uniklinik für Neurochirurgie geflogen."

Laut Kaulfersch werden im DKH Schladming während der Hochsaison täglich rund 120 verletzte Wintersportler behandelt. Jährlich werden im Departement an die 2.000 größere Operationen durchgeführt. Was die Art der Verletzung von Rennläufern anbelangt, könne sich ein Unfallteam nicht speziell vorbereiten: "Das hängt immer von der Wetterlage und der Pistenbeschaffenheit ab - aber damit haben wir Unfallchirurgen zu leben gelernt", meinte Reimann.

Kaulfersch rechnet damit, dass auch in den Wochen nach der Ski-WM auf der Schladminger Unfallchirurgie viel zu tun sein wird: In Garmisch-Partenkirchen habe sich gezeigt, dass es auf den ehemaligen Rennstrecken immer wieder zu Skiunfällen gekommen ist, weil sich ungeübte Skifahrer dort zu viel zugemutet haben. Skibegeisterten gibt er drei Tipps zur Vermeidung des Schlimmsten mit auf die Piste: "Der Helm sollte selbstverständlich sein, Rückenprotektoren verwenden, gute Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Rücksicht auf die anderen Pistenbenützer."

apa.at

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