zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 14. Jänner 2013

Mitarbeiter der oö. Ordensspitäler protestieren für mehr Geld

Die Mitarbeiter der oö. Ordensspitäler machen mit einem Aktionstag am 16. Jänner - zeitgleich mit den Protesten der Ärzte gegen die Gesundheitsreform - auf ihre Gehaltsforderungen aufmerksam. In den vergangenen Jahren habe man bereits Reallohnverluste hinnehmen müssen, begründeten Verhandlungsführerin Sonja Reitinger und der Bundessekretär der Fachgruppe Gesundheits-, Heil- und Pflegeberufe in der Gewerkschaft vida, Rudolf Wagner, am Montag in einer Pressekonferenz den Schritt.

Die Personalvertreter der rund 10.000 Beschäftigten fordern zumindest eine Erhöhung über der Inflation von derzeit etwa 2,8 Prozent. Die Arbeitgeberseite bot bisher aber nur ein Prozent, maximal jedoch 20 Euro. Eine Alternative wäre für die Bediensteten auch die Senkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 auf 39 Stunden, auch das sei aber abgelehnt worden, so Reitinger. Daher wollen die Belegschaftsvertreter vor der nächsten Verhandlungsrunde am 29. Jänner noch einmal Druck machen.

"Rechnet man die KV-Abschlüsse der vergangenen Jahre mit der Inflation gegen, kommt man zu Realeinkommensverlusten von minus einem Prozent im Jahr 2010, minus 2,54 Prozent im Jahr 2011, und minus 1,8 Prozent im 2012", erklärte Wagner. "Das ist ein Zustand, den wir so nicht mehr hinnehmen können", ergänzte Reitinger. "Wir verlangen nichts Ummögliches, nur die Abgeltung der Teuerung." Die Mitarbeiter der Ordensspitäler seien in den vergangenen Jahren ohnehin "ordentlich gebeutelt" worden, betonte sie. Nach zwei Spitalsreformen sei der Arbeitsdruck immer größer geworden. Burn-out -Fälle würden sich häufen.

In welcher Form der Aktionstag ablaufen wird, ist noch offen. Jedes Haus plant eigene Aktivitäten wie Mahnwachen, Flugzettel-Verteilaktionen oder Betriebsversammlungen. Dort, wo es auch Ärzteproteste gibt, sind gemeinsame Aktionen möglich. Die Wahl des Datums sei allerdings zufällig, betonten die Personalvertreter. Als der 16. Jänner fixiert wurde, sei man eher davon ausgegangen, dass es keine Ärzteproteste geben werde.

Auch die Ärztekammer für Oberösterreich informierte am Montag über ihre für Mittwoch in Linz geplante Protestaktion. Sie richtet sich gegen die von Politik und Hauptverband der Sozialversicherungen vereinbarte Gesundheitsreform, die nach Einschätzung der Mediziner "massive Verschlechterungen im Gesundheitswesen" bringen werde. Kritisiert werden kräftige Einsparungen und damit verbunden Leistungseinschränkungen, eine zentralistische Steuerung und gravierende Eingriffe in die ärztliche Berufsfreiheit. Die Ärzte wollen deswegen Mittwochnachmittag mit einer Protestkundgebung im Linzer Schloss starten und anschließend zum Hauptplatz marschieren. Die medizinische Akutversorgung sei trotz Protest sichergestellt. Dafür stünden ein Notfalldienst - Informationen über die Telefonnummer 141 beziehungsweise den Anrufbeantworter der Hausarztes - sowie die Spitalsambulanzen bereit. Auch die Personalvertreter der Ordensspitäler betonten, die Versorgung werde "in jedem Fall aufrecht bleiben".

Der Ärzteprotest ist nur in Oberösterreich so massiv. In Salzburg ist ein "Ärztekabarett mit Protestcharakter" geplant, zu dem 500 geladene Gäste aus Ärzteschaft, Politik und Medien erwartet werden. In der Steiermark wird ein "gesunder Mittwoch" organisiert, an dem in Praxen und Ambulanzen Informationsmaterial an Patienten verteilt wird. Außerdem werden steirische Politiker zu einem "Reality-Check" in Praxen eingeladen. In Kärnten und dem Burgenland stehen Informationsveranstaltungen für die Ärzte auf dem Programm.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben