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APA-Artikel 11. Jänner 2013

Tilak wehrt sich gegen Ärztemangel-Vorwurf, will Umstände verbessern

In der Diskussion um den Ärztemangel in Tirol hat sich der Landeskrankenanstaltenerhalter Tilak am Freitag gegen diesen Vorwurf gewehrt. "Laut den aktuellen Zahlen arbeiten in den Häusern der Tilak 916 landesbedienstete Ärzte. Das sind tilakweit 43 Mediziner mehr als noch im Vorjahr", hieß es in einer Presseaussendung. Davon seien 30 Ärzte am Landeskrankenhaus Innsbruck beschäftigt worden. Dennoch sei man sich der Herausforderungen in den kommenden Jahren bewusst, Rahmenbedingungen würden deshalb weiterentwickelt.

Derzeit seien fünf Stellen für Ärzte ausgeschrieben, drei davon fielen in den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In diesem Gebiet gebe es aber nicht nur österreichweit, sondern auch europaweit zu wenige Fachkräfte am Arbeitsmarkt. "Von einem generellen 'Ärztemangel' oder einer 'prekären Personalsituation' kann deshalb nicht gesprochen werden", konterte die Tilak in der Mitteilung. Es sei aber richtig, dass es im langjährigen Vergleich weniger Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen als früher gebe.

Die Herausforderung würden in den kommenden Jahren weiter steigen, auch weil ab 2014 jene Mediziner-Jahrgänge ihr Studium in Innsbruck abschließen würden, bei denen die Medizinische Universität die mögliche Österreicher-Quote von 75 Prozent deutlich unterschritten habe, begründete die Tilak. Gemeinsam mit dem Betriebsratsvorsitzenden werde man die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter attraktiv gestalten. Dabei würden Themen wie Dienst- und Arbeitszeitmodelle, Vergütungssystematik, Entlastung von bürokratischem Aufgaben, Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterentwickelt.

Die Gesundheitssprecherin der Tiroler SPÖ, Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling forderte indes eine Facharztausbildung für Allgemeinmediziner. "Es geht hier nicht nur um eine gerechte Entlohnung der Ärzte, sondern vielmehr um eine langfristige Absicherung einer qualitativen Patientenversorgung im ganzen Land", erläuterte sie. Durch diese Facharztausbildung wäre das Imageproblem dieser Gruppe rasch beseitigt und eine Qualitätssicherung sichergestellt, meinte die SP-Gesundheitssprecherin.

Vonseiten der Tiroler VP hieß es, dass 25 zusätzliche Ausbildungsstellen für junge Ärzte geschaffen worden seien. Des Weiteren würden in den Landeskrankenhäuser heuer rund 200 zusätzliche Dienstposten geschaffen. "Damit sollen zum einen die bestehenden Mitarbeiter entlastet, zum anderen aber auch die Qualität der Gesundheitsversorgung in Tirol noch weiter erhöht werden", teilte VP-Klubobmann Josef Geisler mit.

apa.at

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