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APA-Artikel 11. Jänner 2013

D: Bahr kritisiert rückläufige Organspendebereitschaft der Deutschen

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat sich besorgt über die rückläufige Organspendebereitschaft der Deutschen geäußert. "Drei Menschen auf der Warteliste sterben jeden Tag", sagte Bahr der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). "Wenn mehr mitmachen, müssen weniger sterben." 12.000 Menschen warten derzeit dringend auf ein Spenderorgan. "Ich kann immer noch guten Gewissens jedem empfehlen, einen Organspendeausweis auszufüllen", sagte Bahr.

Der Minister will nach eigenen Angaben nicht nur die Werbekampagnen verstärken, sondern vor allem die Kontrollregeln verschärfen, "um zukünftige Manipulationsversuche besser verhindern". Im Mangel an Spenderorganen sieht er einen Nährboden für Manipulationen. "In Deutschland ist der Mangel an Spenderorganen so groß, dass auch Organe transplantiert werden, die früher nicht genutzt worden wären."

Bahr sprach sich für eine Verschärfung der Sanktionen gegen Ärzte aus, die sich bei der Vergabe von Spenderorganen fehlverhalten. In diesem Zusammenhang habe er die "Justizminister gebeten zu überprüfen, ob das Strafrecht verschärft werden muss. Auch im Berufsrecht arbeiten wir an besseren Ermittlungs- und Sanktionsmöglichkeiten", sagte er.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hatte am Montag mitgeteilt, dass die Zahl der Organspenden 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2002 gesunken sei. Den deutlichsten Rückgang gab es in der zweiten Jahreshälfte nach Bekanntwerden von Manipulationen an mehreren Transplantationszentren. Die Stiftung sprach von einer "besorgniserregenden Entwicklung".

+++ Der Beitrag wurde AFP vorab in redaktioneller Fassung übermittelt. +++

apa.at

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