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APA-Artikel 8. Jänner 2013

FPÖ: Drogen-Substitutionsprogramm muss dringend neu organisiert werden

"Der jüngste Fall einer Ärztin aus Wien Liesing zeigt einmal mehr, dass die derzeitige Betreuung suchtgiftkranker Personen auf völlig neue Beine gestellt werden muss", stellt heute die freiheitliche Gesundheitssprecherin NAbg. Dagmar Belakowitsch-Jenewein fest. Die Ärztin soll acht Jahre lang unbemerkt riesige Mengen an Privatrezepten mit psychotropen Medikamenten ausgestellt haben. Damit habe sie einerseits eine zusätzliche Abhängigkeit und gesundheitliche Beeinträchtigung von Süchtigen gefördert, zum anderen einen regen Handel in der "Szene" bedient.

"In Österreich bekommt mehr als die Hälfte der im Substitutionsprogramm befindlichen Menschen retardierte Morphine, dies ist international gesehen einzigartig", kritisiert Belakowitsch-Jenewein. Immerhin würden außerhalb unserer Grenzen so gut wie keine retardierten Morphine eingesetzt, in vielen Staaten seien diese für das Substitutionsprogramm verboten. "Auch in Österreich dürfen retardierte Morphine eigentlich nur in genau beschriebenen Ausnahmefällen eingesetzt werden, nämlich dann, wenn der behandelte Patient die anderen beiden für den Drogenersatz infrage kommenden Wirkstoffe Methadon und Buprenorphin nicht verträgt", stellt die FPÖ-Gesundheitssprecherin fest.

Erst vor wenigen Tagen war in der Tageszeitung "Die Presse" zu lesen, dass in Ostösterreich in manchen Ordinationen mehrere hundert Drogenpatienten gleichzeitig betreut werden. "Solche Zustände lassen stark daran zweifeln, dass für den einzelnen auch noch genug Zeit bleibt. Da werden Ordinationen oftmals zu reinen Rezeptausgabestellen."

"Suchtgiftkranke sollen sensible Medikamente sowie Ersatzdrogen nur mehr von Amtsärzten bekommen - Missbrauch kann so zumindest minimiert werden", fordert Belakowitsch-Jenewein. Auch müssten Substitutionsprogramme regelmäßig evaluiert und individualisiert werden, um höchstmögliche Erfolgsquoten erzielen zu können.

apa.at

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