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APA-Artikel 3. Jänner 2013

In 47 deutschen Zentren werden Organe transplantiert

Nach der Aufdeckung von Manipulationen bei Organtransplantationen an einer weiteren deutschen Uniklinik wird nun auch über die Struktur der Transplantationszentren diskutiert. Patientenschützer und Vertreter der Ärzteschaft forderten, die Zahl der Zentren zu reduzieren. Sie erwarten sich davon eine bessere Kontrolle.

Wie viele Transplantationszentren gibt es?

In Deutschland gibt es derzeit 47 chirurgische Einrichtungen, die für die Übertragung von Organen zugelassen sind. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Universitätskliniken wie etwa in Aachen, Freiburg und Dresden sowie um Herzzentren wie in Berlin, aber auch um kommunale Einrichtungen wie etwa die Kliniken der Stadt Köln. Sie unterliegen der staatlichen Aufsicht der Bundesländer.

Welche Organe werden transplantiert?

Transplantiert werden Herz, Niere, Leber, Lunge, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse. Einige Einrichtungen sind auf eine Art von Organ spezialisiert, in anderen können mehrere Organe übertragen werden.

Welche Aufgabe haben die Zentren im System der Organspende?

Die Transplantationszentren führen Wartelisten mit den Patienten, die ein Organ benötigen und transplantiert werden können. Für die Aufnahme in die Warteliste gelten Regeln, die sich vor allem nach der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten einer Transplantation richten. Neben der Organübertragung sind die Zentren für die Dokumentation der Eingriffe, die Patientennachsorge und deren psychische Betreuung verantwortlich.

Entscheiden die Transplantationszentren über die Organvergabe?

Nein. Sie geben die Patientendaten weiter an die Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden, die die Organvermittlung für Deutschland sowie die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Kroatien organisiert. Für jedes Organ gibt es bei Eurotransplant gemeinsame Wartelisten, auf denen derzeit rund 12.000 deutsche Patienten stehen.

Wer organisiert die Organspende?

Sobald es in Deutschland ein Spenderorgan gibt, übermittelt die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) Eurotransplant die entsprechenden Daten. Dort wird dann - nach medizinischen Kriterien - ein passender Empfänger auf der Warteliste ermittelt. Die DSO organisiert den Organtransport. Während die Organe in einer Klinik entnommen werden, bereiten die Chirurgen des Transplantationszentrums den Patienten für die Übertragung vor.

Wer kontrolliert die Transplantationszentren?

Seit mehr als zwölf Jahren geht die Prüf- und Überwachungskommission von Bundesärztekammer (BÄK), Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) und des Spitzenverbands der Kassen (GKV) Verstößen an den Transplantationszentren und den Entnahmekliniken nach. Nach der Aufdeckung der Organspende-Skandale in Göttingen und Regensburg im vergangenen Sommer wurden die Kontrollen verschärft. Die Prüfer haben damit begonnen, alle 47 Transplantationszentren zu kontrollieren. Den Anfang machten die Leber-Programme. Künftig sollen alle Zentren mindestens einmal binnen dreier Jahre unter die Lupe genommen werden.

von Andrea Hentschel

apa.at

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