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APA-Artikel 3. Jänner 2013

Leipziger Organ-Affäre facht Debatte um Transplantationszentren an

Die Organspende-Affäre am Universitätsklinikum Leipzig hat die Debatte um das Transplantationssystem in Deutschland neu befeuert. Patientenschützer fordern, die Zahl der 47 Transplantationszentren in Deutschland zu halbieren. Auch der medizinische Vorstand der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Günter Kirste, sagte: "Es muss in den Transplantationszentren ganz heftig was geschehen."

"Es gibt ein Problem: Die Auslastung der Transplantationszentren funktioniert nicht", sagte Eugen Brysch, Vorsitzender der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, am Donnerstag. Deswegen gebe es einen Konkurrenzkampf und einen Wettbewerb, der in diesem sensiblen Bereich fehl am Platze sei. "Wir sagen: Mit gut 20 Zentren kommen wir sehr gut hin. Patienten müssen ja nicht wohnortnah transplantiert werden, sondern qualifiziert." Weniger Zentren ließen sich auch leichter kontrollieren. Dazu bedürfe es einer staatlichen Behörde.

Auch die DSO, die Organspenden in Deutschland koordiniert, fordert Konsequenzen aus dem erneuten Skandal. "Es ist unverantwortlich, was in den Transplantationszentren passiert ist", sagte Kirste. Laut DSO schmälern die Affären die Spendenbereitschaft in Deutschland. "Das Wichtigste ist jetzt, Vertrauen zurückzugewinnen."

Am Dienstag hatte die Leipziger Uni-Klinik die Manipulationen bei Lebertransplantationen in ihrem Haus publik gemacht. Insgesamt 38 Patienten sollen fälschlicherweise als Dialyse-Fälle geführt worden sein, um sie auf der Warteliste für eine Spenderleber nach oben rutschen zu lassen. Der Direktor der Transplantationsklinik und zwei Oberärzte wurden suspendiert. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Vor-Ermittlungen aufgenommen. Auch in München, Göttingen und Regensburg waren voriges Jahr ähnliche Manipulationen bekanntgeworden.

apa.at

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