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APA-Artikel 2. Jänner 2013

"Bild": Auch Manipulationen bei der Organspende in Leipzig

Auch am Transplantationszentrum in Leipzig hat es nach Informationen der "Bild"-Zeitung Manipulationen bei der Organspende gegeben. Die Zeitung berichtet in ihrer Mittwochsausgabe, in den Akten seien Patienten absichtlich kränker dargestellt worden, um deren Chancen auf eine Spender-Leber zu erhöhen. Konkret habe das Zentrum in den Jahren 2010 und 2011 mehr als 30 Patienten fälschlich als Dialyse-Patienten ausgegeben.

Ob die behandelnden Ärzte dafür eine Gegenleistung erhielten, sei nicht bekannt, berichtete die Zeitung weiter. In einer Erklärung der Universitätsklinik Leipzig vom Dienstag hieß es, bei der Meldung von Wartelistenpatienten an die zuständige Stelle Eurotransplant seien "fälschlicherweise Nierenersatzverfahren angegeben worden". Für eine erhebliche Zahl von so gemeldeten Patienten, "konnte die tatsächliche Durchführung dieser Therapie von den verantwortlichen Transplantationschirurgen nicht nachgewiesen werden".

Diese Falschangaben hätten für den einzelnen Patienten zu einer Erhöhung des Punktwertes und "damit zu einer Erhöhung der Priorität auf der Warteliste bei Eurotransplant geführt". Aufgrund dieser Erkenntnisse seien der Direktor der Klinik sowie zwei Oberärzte mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden worden. Die Leitung des Zentrums sei an "einen sehr erfahrenen Oberarzt" übertragen worden.

Im Sommer vergangenen Jahres war ein Organspende-Skandal an der Uni-Klinik in Göttingen aufgeflogen. Dort sowie auch in Regensburg sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten bei der Organspende bevorzugt worden sein.

apa.at

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