zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 17. Dezember 2012

Weiter Widerstand der Kärntner Ärztinnen und Ärzte gegen die Gesundheitsreform

"Weiterhin lehnt die Kärntner Ärzteschaft jene Pläne zu einer Gesundheitsreform, welche am 19. Dezember 2012 in der Landeshauptleutekonferenz beschlossen werden sollen, vollständig und entschieden ab", so der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef Huber. "Die mündlichen Zusagen des Bundesministers Alois Stöger sind vage, unzureichend und bei den zentralen Themen nicht zu akzeptieren. Denn der notwendige Ausbau der Patientenversorgung vor Ort und die Entlastung der Spitalsambulanzen können mit den angedrohten Kürzungen unmöglich umgesetzt werden", so Huber weiter.

 

"Ein Modell zentraler Zielsteuerungskommissionen ohne Mitsprache der Ärztinnen und Ärzte unseres Landes wird auf entschlossenen Widerstand treffen. Die Ärzteschaft ist im Gesundheitssystem an vorderster Front und hauptverantwortlich tätig. Ihre demokratisch gewählten Vertreter müssen und werden daher mit Kompetenz und Ideenreichtum zu Problemlösungen beitragen - auch dort, wo Kosten gesenkt werden können. Der Ausbau und die Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitssystems sind ohne die Mitgestaltung der Ärzteschaft auf hoher Ebene nicht machbar", ist Präsident Huber überzeugt.

 

Die Politik zeige jedoch für die enormen Probleme der Ärztinnen und Ärzte wenig Interesse. Der Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft finde wegen der schlechter werdenden Aussichten vor allem im ländlichen Bereich und kurz vor einer großen Pensionierungswelle kaum noch Nachwuchs. "Manche allgemeinmedizinische Kassenordination hat ohne Hausapotheke keine ausreichende wirtschaftliche Basis. Die Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern sind derzeit schon an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Kärnten hat im Vergleich zu anderen Bundesländern eklatant zu wenig ärztliches Personal", kritisiert Huber.

 

Nach den überheblichen Äußerungen, welche die Abschaffung der Österreichischen Ärztekammer forderten, lege insbesondere Hans Jörg Schelling, der Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger weiterhin Wert auf Konfrontation, indem er in abfälligen Bemerkungen der Standesvertretung Scharfmacherei vorwerfe. Offensichtlich wolle Schelling dadurch vom erheblichen Sparpotential ablenken, welches durch die längst überfällige Zusammenlegung von Krankenkassen erzielbar wäre.

 

"Eine Verschlankung der Sozialversicherungen wird nicht einmal angedacht, stattdessen will man sogar zehn neue Bürokratieapparate einführen", ist Huber enttäuscht und schlägt die so genannten "Zielsteuerungskommissionen" als Unwort des Jahres vor. "Wie auch immer, die Ärztekammer wird sich mit der zugedachten Rolle eines fünften Rades am Wagen des Gesundheitssystems nicht zufrieden geben und weiter die berechtigten Anliegen ihrer Mitglieder energisch vertreten", so der Kärntner Ärztekammerpräsident abschließend.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben