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APA-Artikel 14. Dezember 2012

D: Koalition will gesundheitliche Prävention konkreter fassen

Die schwarz-gelbe Koalition will das Vorbeugen von Krankheiten stärker ins Blickfeld von Krankenkassen, Ärzten und Patienten rücken. "Prävention muss raus aus den Sonntagsreden und rein in die Köpfe", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), am Freitag in Berlin. Der Bundestag solle konkrete Gesundheitsziele für eine Präventionsstrategie beraten - "etwa Diabetes zehn Prozent runter, psychische Erkrankung am Arbeitsplatz 20 Prozent runter". Die Kassen sollten dann verpflichtet werden, diese Ziele umzusetzen.

FDP und Union hatten sich am Vorabend auf Eckpunkte ihrer Präventionsstrategie verständigt. In einer Gesellschaft mit einem stark zunehmenden Anteil alter Menschen seien Gesundheitsförderung, Prävention und Früherkennung von Krankheiten von entscheidender Bedeutung, heißt es in dem Papier. Die Krankenkassen sollen demnach die für Prävention vorgesehenen Mittel auf sechs Euro für jeden Versicherten anheben. Davon sollen zwei Euro für die betriebliche Gesundheitsförderung, ein Euro für Präventionsmaßnahmen in Schulen oder Vereinen sowie 50 Cent für Aufklärungskampagnen ausgegeben werden.

Durch die Erhöhung der Mittel sollen auch "sozial benachteiligte Gruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund oder niedrigerem Bildungsstand" stärker auf Präventionsangebote aufmerksam gemacht werden, heißt es in dem Papier. Die Krankenversicherungen sollen zudem stärker auf die Qualität der Vorbeugemaßnahmen achten, für die ein Kriterienkatalog entwickelt werden soll.

Um der Entstehung chronischer Erkrankungen schon Kindesalter vorzubeugen, sollen Früherkennungsuntersuchungen auf das Alter zwischen sechs und zehn Jahren ausgedehnt werden. Zur Bekämpfung von Krebs, der zweithäufigsten Todesursache in Deutschland, sollen künftig persönliche Einladungen die Patienten zur Teilnahme an Früherkennungsangeboten für Gebärmutterhals- und Darmkrebs bewegen. Die Ärzte sollen insgesamt bei gesundheitlichen Checkups - die ab 35 Jahren alle zwei Jahre von der Krankenkasse übernommen werden - nicht nur auf vorhandene Erkrankungen untersuchen, sondern die Vorbeugung stärker ins Auge fassen.

apa.at

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