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APA-Artikel 13. Dezember 2012

Vinzenz-Gruppe will Kinder-Rehabilitation in Wien realisieren

Die österreichische Gesundheitspolitik hat es seit einiger Zeit ganz offiziell auf dem Tisch und auch offiziell akzeptiert: Es gibt laut "Gesundheit Österreich"-Studie bundesweit einen Bedarf für 342 Rehabilitationsbetten in stationären Einrichtungen für Kinder. In der Ostregion ist da bisher überhaupt nichts vorhanden. Die Vinzenz-Gruppe will das ändern. Beim Orthopädischen Spital Speising in Wien-Hietzing könnte eine Reha-Klinik mit 50 Betten für Kinder und Jugendliche entstehen, so die Finanzierung des laufenden Betriebes gesichert wird, hieß es am Donnerstag bei einem Hintergrundgespräch in Wien.

"Wir haben uns einem konkreten Projekt verschrieben und wollen das umsetzen. (...) Das wäre am Gelände unseres Orthopädischen Spitals Speising. Wir würden die Investitionen finanzieren. Was wir brauchen ist, dass jemand die Finanzierung der laufenden Kosten sicherstellt. (...) Wir würden für die Kinder allein rund 50 Betten bauen", sagte Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz-Gruppe, die allein in Wien fünf Krankenhäuser betreibt. Die Infrastrukturen der Orthopädie-Klinik könnten mitbenutzt werden. Gerade für die Rehabilitation im Bereich von Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates wäre die Lage ideal.

Die Misere rund um die faktisch in Österreich nicht vorhandene Kinder-Rehabilitation in stationären Einrichtungen ist seit Jahren "amtsbekannt". Während es in Deutschland rund 7.000 Betten dafür in mehr als 70 Zentren gibt, sind es derzeit in Österreich vor allem 58 Betten in der Steiermark und in Oberösterreich. Eine Versorgung in Ostösterreich fehlt de facto gänzlich, Kinder und Jugendliche werden zum Teil in deutsche Einrichtungen transferiert.

Laut Georg Ziniel, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, werden laut der aktuellen GÖG-Studie zu diesem Thema "rund 340 Rehabilitationsbetten benötigt. Das ist inzwischen (von der Politik, Krankenkassen etc.; Anm.) abgenommen worden. (...) In der Versorgungszone Ost gibt es keine Unterversorgung, es gibt gar keine Versorgung."

Markus Wieser, Sprecher der Initiative Kinder- und Jugendrehabilitation Österreich, will unter den Prämissen der gerade erst von Bund, Bundesländern und Krankenversicherung beschlossenen Gesundheitsreform endlich Taten sehen: "Ich würde mir wünschen, dass jetzt ein 'Großer Wurf' von Bund, Bundesländern und Sozialversicherung gelingt, indem man zum Thema der Kinderrehabilitation rasch eine Finanzierung sicherstellt. Ich weiß nicht, worauf man noch wartet."

Die Leiden der Betroffenen - Kinder, Jugendliche und deren Eltern - sind laut den Experten groß. Das liegt auch daran, dass für Fälle von bei der Geburt bereits vorhandenen Schädigungen bisher die Bundesländer zuständig sind, bei erworbenen Schädigungen die Krankenkassen. Franz Grill, Leiter der Kinderorthopädie in Wien-Speising: "Es ist wirklich ein Riesenmanko, das wir in Österreich haben. (...) Wir erleben den 'Zirkus' ununterbrochen, dass Eltern zwischen den verschiedenen Stellen herumgeschickt werden." Die Finanzierung und Realisierung von Hilfsleistungen und orthopädietechnischer Versorgung sei oft ein Problem, an dem Eltern scheiterten. Grill: "Die Rehabilitation würde das den Eltern abnehmen."

Für Vinzenz-Gruppe-Geschäftsführer Heinisch: "Die Rehabilitationseinrichtung würde außerhalb des Spitals entstehen. Aber wir haben alle Synergien, auch eine eigene Schule wäre vorhanden und eine physikalische Therapieeinrichtung auf höchstem Niveau." Die Zeit sei reif, die Gesundheitsreform ermögliche jetzt solche Schritte: "Jetzt hüpft der Frosch ins Wasser."

apa.at

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