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APA-Artikel 7. Dezember 2012

AK zu Kündigung am Krankenbett: Herzlos - Arbeitgeber wird zum Arbeitnehmer

"Herzlos und zu keiner Zeit und schon gar nicht zur Vorweihnachtszeit passend ist ein besonders krasser Fall einer Kündigung im Krankenstand bei Schwangerschaft", ärgert sich Alexander Tomanek, Arbeitsrechtsexperte in der AK Wien: "Es ist ein Fall von vielen, denn die Kündigungen im Krankenstand oder der Druck zu einer einvernehmlichen Lösung im Krankheitsfall werden immer häufiger." Dadurch werden die ArbeitnehmerInnen, die sich ohnedies schon in einer Ausnahmesituation befinden, zusätzlich massiv belastet.

Eine Arbeitnehmerin ist seit Mai 2012 als Fußpflegerin für 40 Stunden in der Woche angestellt. Ihr Brutto-Lohn beträgt knapp über 1.100 Euro. Da sie in einer Wohnung des Arbeitgebers wohnt, geht ein Großteil des Gehalts wieder in Form der Miete an den Arbeitgeber zurück. Am 26.11. hat die Arbeitnehmerin erfahren, dass sie schwanger ist und hat am 29.11. den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert. An diesem Tag hatte S. Blutungen, hat aber trotzdem den ganzen Tag gearbeitet. Da die Beschwerden nicht nachließen, fuhr sie am nächsten Tag ins Spital und meldete dem Arbeitgeber per sms, dass sie nicht zur Arbeit kommen könne. Am 2.12. hat sich der Arbeitgeber per sms erkundigt, in welchem Zimmer sie liege. In der Folge hat er sie im Spital besucht und ihr schriftlich die Kündigung übergeben. Diese Vorgangsweise ist für die betroffene Frau, sie hat bereits zwei Kinder verloren, eine kaum zu ertragende zusätzliche psychische Belastung. Selbst die Tatsache, dass eine Kündigung in der Schwangerschaft rechtsunwirksam ist, kann da nur eine kleine Erleichterung sein.

apa.at

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