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APA-Artikel 30. November 2012

WKÖ will Steuerzuckerl für freiwillige Gesundheitsförderung in Firmen

Die Wirtschaftskammer will die freiwillige Gesundheitsförderung in Betrieben forcieren und verlangt dafür ein Steuerzuckerl. Angelehnt an das deutsche Modell sollen auch in Österreich Leistungen des Arbeitgebers, die den Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter von der Steuer befreit werden, wünscht sich WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser.

Was das den Fiskus kosten würde, hat sie sich nicht ausgerechnet. Es würde sich dabei aber ohnehin um keine budgetschädliche Maßnahme handeln, meinte sie am Freitag vor Journalisten. "Der Return on Investment ist mit 1 zu 1:25 bis 1 zu 5 sehr, sehr positiv."

Davon, dass Betriebe wie in Deutschland dabei von Krankenkassen- bzw. Gesetzgeberseite stärker in die Pflicht genommen werden, hielte Hochhauser aber nichts. "Wenn wir sofort strafen, erreichen wir psychologisch gesehen das Ziel nicht." Es gehe um Freiwilligkeit und positive Anreize. Was die Kammer aber befürwortet, sind Förderprogramme, wie sie beispielsweise die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) anbietet: Wer mit dem Arzt eine Vereinbarung über bestimmte gesundheitsfördernde Maßnahmen abschließt und diese einhält, kann seine Beiträge reduzieren. "Die Kassen sind eingeladen, sich solche Belohnungsmodelle auszudenken", meinte Martin Gleitsmann, Leiter der WKÖ-Sozialpolitikabteilung.

Im Vorjahr waren die unselbstständig Beschäftigten in Österreich im Schnitt 13,2 Tage im Krankenstand, was die Wirtschaft laut WKÖ-Rechnung in Summe 7,7 Mrd. Euro kostete. Da wir in Zukunft länger arbeiten müssen, sei es umso wichtiger, die Arbeitnehmer fit und produktiv im Erwerbsleben zu halten. Große Unternehmen hätten das längst erkannt und förderten aktiv die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, kleine Betriebe hingegen hätten Nachholbedarf, so Hochhauser. Vielfach führten KMU hier Mangel an Zeit, Geld und Bereitschaft der Mitarbeiter ins Treffen. Grundsätzlich zeigten aber mehr als 70 Prozent der Unternehmen Interesse an Gesundheitsförderung.

Die WKÖ hat im Internet bereits ein Gesundheitsportal (www.profitnessaustria.at) eingerichtet, wo sich interessierte Betriebe informieren können. "Oft sind es einfach kleine Maßnahmen", sagte Gleitsmann. Dass es sich auszahlt, mit seinen Mitarbeitern Skifahren zu gehen, sie in den Hochseilgarten einzuladen und mit ihnen Eier zu pecken, zeigt der oberösterreichische Unternehmer Maximilian Wurm: Mit diversen Maßnahmen hat er seit 2008 die Krankenstandsquote auf unter 2 Prozent reduziert, wie er sagte. Der Österreich-Schnitt lag im Vorjahr bei 3,6 Prozent.

apa.at

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