zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 30. November 2012

Monti dementierte Pläne zur Privatisierung des Gesundheitssystems

Italiens Premier Mario Monti hat dementiert, dass seine Regierung Pläne zu einer schrittweisen Privatisierung des italienischen Gesundheitswesens hege. Die Regierung bemühe sich um ein finanzierbares Gesundheitssystem, dies bedeute jedoch keineswegs, dass sie es privatisieren wolle. Das Recht auf Gesundheit und angemessene Behandlung sei unantastbar. "Jeder von uns kennt die Sorgen der Kranken und ihrer Angehörigen. Das Recht auf Gleichberechtigung im Zugang zum Gesundheitssystem ist ein Eckpfeiler unserer Gesellschaft", betonte Monti.

Am Dienstag hatte der Regierungschef vor der Gefahr gewarnt, dass Italien künftig nicht mehr für die Kosten des nationalen Gesundheitssystems aufkommen könnte, sollte man dafür keine neuen Finanzierungsformen finden. Seine Worte hatten heftige Diskussionen ausgelöst: Mitte-links-Parteien warnten vor der Gefahr einer Privatisierung des öffentlichen Gesundheitssystems.

Italiens Gesundheitsminister Renato Balduzzi bekräftigte die Aussagen des Premiers und betonte, dass die Medien Montis Worte verzerrt hätten. Die Regierung habe keinerlei Absicht, das Gesundheitssystem zu privatisieren. Es bestünden jedoch Sorgen wegen seiner Finanzierbarkeit.

Marco Elefanti, Direktor der Universität Cattolica in Rom, zu der die renommierte römische Poliklinik "Agostino Gemelli" gehört, warnte indes vor den Auswirkungen der schweren Einsparungen der Regierung im Gesundheitswesen. "Es besteht Gefahr, dass wir es früher oder später nicht mehr schaffen werden. Wir erleben einen Notstand", betonte Elefanti. In den vergangenen Monaten hat die Regierung Monti das Gesundheitssystem strengen Einsparungen unterzogen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben