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APA-Artikel 29. November 2012

FPÖ-Karlsböck: Stöger entwickelt sich zum Gesundheits-Darabos

"Bundesminister Stöger entwickelt sich immer mehr zum Gesundheits-Darabos", kritisierte der freiheitliche Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck die Öffnung der zahnärztlichen Kassenambulatorien ab 1. Jänner 2013. Damit werde mit sehr viel Geld eine Versorgungseinrichtung für einige wenige Privilegierte geschaffen, die die Allgemeinheit finanzieren müsse, betonte Karlsböck anlässlich des heutigen parlamentarischen Gesundheitsausschusses.

Während die niedergelassenen Zahnärzte auf Basis der Kassenverträge, die in ihren Grundzügen auf das Jahr 1957 zurückgingen - also hoffnungslos veraltet seien, arbeiten müssten, dürften die zahnärztliche Kassenambulatorien künftig auch zahnmedizinische Leistungen erbringen, die nicht im derzeitigen Kassenvertrag enthalten seien. "Dadurch schafft Stöger eine echte Zweiklassen-Medizin, denn die Kapazitäten der Ambulatorien sind stark begrenzt und können maximal 5 Prozent der Versicherten versorgen", kritisierte Karlsböck. Hier werde a la Darabos viel Geld in ein sinnloses und ineffizientes Luxus-Projekt gebuttert, so Karlsböck.

Vor derartigen Prestige-Projekten müssten erst die Kernaufgaben der Grundversorgung gewährleistet werden, zu der etwa die Rund um die Uhr-Versorgung, die Wochenenderreichbarkeit, die Versorgung behinderter Zahnpatienten oder die narkoseabhängigen Zahn-Behandlungen zählen würden, betonte Karlsböck. Fakt sei, dass die niedergelassenen Zahnärzte die Wohnort nahe zahnärztliche Versorgung bestens abdecken würden. Kassenambulatorien hingegen seien ausschließlich in Gunstlagen angesiedelt und sollten jene oben angeführten Aufgaben übernehmen, die für niedergelassene Ärzte nur schwer zu erbringen seien, betonte Karlsböck.

Wolle man tatsächlich die Situation im Zahnbereich verbessern, so müsse der Kassenvertrag endlich an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts angepasst werden, forderte Karlsböck. "Eine Zahnregulierung für Kinder darf heute kein Luxus für Reiche mehr sein", zeigte Karlsböck ein besonders unsoziales Beispiel auf.

Eine soziale patientenorientierte Gesundheitspolitik müsse die Abschaffung der Selbstbehalte und eine gesetzlich geregelte Bezuschussung von Leistungen für Bedürftige umfassen, betonte Karlsböck, der einen 50-prozentigen Selbstbehalt bei Mindestrentnern für ihren Zahnersatz, für alles andere als sozial hält. "Die FPÖ wird daher auch heute einen Antrag auf Abschaffung aller Selbstbehalte einbringen, der vermutlich von den Regierungsparteien niedergestimmt werden wird", gab Karlsböck bekannt.

apa.at

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