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APA-Artikel 29. November 2012

Erforschung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei HIV dringend nötig

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2012 weist die internationale Initiative Women for Positive Action (WFPA) in einem ausführlichen Kommentar auf den zu geringen Frauenanteil in klinischen HIV-Studien hin. Dieser macht in den meisten Studien gegenwärtig nur ca. 20 Prozent aus. WFPA diskutiert in der Stellungnahme, die hier zur Verfügung steht: http://www.womenforpositiveaction.org [http://www.womenforpositiveaction.org/understanding-gender-differences-in-hiv-to-help-improve-the- care-of-women-living-with-hiv ] , die virologischen und klinischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern, die aktuelle Studien zur HIV-Therapie aufgezeigt haben. Geschlechtsspezifische Daten in der HIV-Forschung sind laut WFPA wichtig, damit Ärztinnen und Ärzte die richtigen Entscheidungen über die Behandlung von Patienten beiderlei Geschlechts treffen können.

WFPA-Mitglied Sharon Walmsley, HIV-Medizinerin aus Kanada erklärt: "Rückschlüsse aus den Daten von männlichen Studien-Teilnehmern auf Frauen sind nicht angemessen, das ist Wissenschaft von minderwertiger Qualität. Nur mit Daten über die positiven Wirkungen und auch die Nebenwirkungen von Therapiemassnahmen bei Frauen bekommen wir das nötige Wissen, um diese richtig behandeln zu können. Es reicht nicht aus, nur über die Anteile von Männern und Frauen in Studien zu berichten - die Forscher müssen das Geschlecht schon in den Planungs- und Auswertungsphasen klinischer Studien berücksichtigen."

Der Kommentar, den Walmsley zusammen mit den WFPA-Mitgliedern Mona Loutfy, Lorraine Sherr, Karine Lacombe und Ophelia Haanyama Ørum im Namen von Women for Positive Action erarbeitet hat, liefert noch mehr Informationen über die Folgen fehlender Daten besonders für Frauen, die mit HIV leben.

"Viele der Studien, die wir geprüft haben, zeigen, dass Frauen im Verlauf der Erkrankung und beim Erreichen der Behandlungsziele schlechter abschneiden Männer. Das kann auf biologische, pharmakologische und soziale Unterschiede zwischen Frauen und Männern zurückzuführen sein," fügte Annette Piecha, Therapieaktivistin und WFPA-Mitglied aus Deutschland hinzu. "Das Verständnis der speziellen Auswirkung der Krankheit und der Behandlung auf Frauen ist fundamental und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verbesserung des Lebensqualität und zur Überbrückung der ....Ungleichheit...... zwischen den Geschlechtern.

Women for Positive Action ist ein Zusammenschluss von Ärztinnen, Psychologinnen, weiteren Fachfrauen aus dem Gesundheitsbereich und Frauen, die mit HIV leben, aus Europa, Kanada, Lateinamerika und Südafrika. Die Organisation will erforschen, mit welchen Herausforderungen HIV-positive Frauen und die Personen, die sie behandeln und betreuen, konfrontiert sind - und wie man diesen begegnen kann.

Weitere Informationen auf http://www.womenforpositiveaction.org.

Hinweise für die Redaktion

Frauen stellen weltweit einen Anteil von 50% der HIV-positiven Menschen und sind in vielen Ländern besonders hohen Risiken für eine HIV-Infektion ausgesetzt. Trotzdem gibt es noch immer zu wenig Forschung, die sich mit frauenspezifischen Besonderheiten befasst. Frauen machen bis heute nur einen Anteil von rund 20% der Teilnehmer an klinischen HIV-Studien aus. Eines der Ziele von Women for Positive Action ist, auf aktuelle und laufende Studien aufmerksam zu machen, die sich auf Frauen konzentrieren. Besuchen Sie die mehrsprachige Webseite http://www.womenforpositiveaction.org, um weitere Informationen über Women for Positive Action und laufende Projekte zu erhalten; alternativ können Sie sich uns auch auf Twitter @WFPA_HIV anschliessen. Women for Positive Action ist ein Schulungssprogramm, das durch Abbott Laboratories initiitert wurde und finanziell unterstützt wird..

Referenzen

1. UNAIDS Report. Global HIV/AIDS Response 2011. Erhältlich unter:htt p://www.unaids.org/en/media/unaids/contentassets/documents/unaidspubl ication/2011/20111130_UA_Report_en.pdf

2. Soon G G et al. (2012) Meta-analysis of gender differences in efficacy outcomes for HIV-positive subjects in randomized controlled clinical trials of antiretroviral therapy (2000-2008). AIDS Patient Care STDS; 26(8): 444-53 (Soon G G et al. (2012) Metaanalyse von geschlechtsspezifischen Unterschieden in Effizienzergebnissen für HIV-positive Versuchspersonen in randomisierten kontrollierten klinischen Studien zur antiretroviralen Therapie (2000-2008). AIDS Patient Care STDS; 26(8): 444-53

Twitter: @WFPA_HIV

apa.at

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