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APA-Artikel 29. November 2012

Geplanter Umbau in Grazer Spitalslandschaft erregt die Gemüter

Der Umbau in der steirsichen Spitalslandschaft und speziell die geplante Übernahme des LKH Graz-West durch die Barmherzigen Brüder sorgt in der steirischen Landeshauptstadt für erregte Gemüter. Gegen die "Neuordnung des Angebotes", wie es Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V) nennt, wurden über 11.000 Unterschriften gesammelt. Sie werden morgen, Freitag, der Landesrätin übergeben. Ein kurzfristig anberaumter "Spitalsgipfel" findet kommenden Montag statt.

Im April 2011 wurde von der steirischen Gesundheitsplattform der "Regionalen Strukturplan Gesundheit" bis 2020 beschlossen. Mit ihm sollen die Strukturen in der steirischen Gesundheitsversorgung im Spitalsbereich inklusive Schließungen bzw. Zusammenlegungen von Abteilungen, Schwerpunktbildungen und Bettenreduktion reformiert und Kosten optimiert werden. U.a. soll der Bettenstand bis 2020 auf 6.176 sinken, was laut Büro der Landesrätin einer Reduktion um 782 Betten in der gesamten Steiermark und um 451 im Großraum Graz gleichkommt.

Die bereits für 2014 geplante Übernahme des LKH Graz-West durch die Barmherzigen Brüder, die aus ihrem nahe gelegenen, sanierungsbedürftigten Haus übersiedeln würden, stellt wohl die größte Baustelle der Spitalsreform dar. Einige Funktionen und Mitarbeiter sollen ins Landessonderkrankenhaus Sigmund Freud transferiert werden. Allerdings wird das vorgelegte Konzept zur Versorgungsplanung im Grazer Westen von Experten in Zweifel gezogen: Mediziner aus dem Uniklinikum Graz kritisieren den Aufbau teurer Parallelstrukturen, die Ärztekammer übte Kritik an der Verunsicherung von Mitarbeitern und Patienten und forderte, dass Spezialwissen und Kompetenz erhalten bleiben müssten.

Ein Problem stellt auch die Übernahme des Personals des LKH Graz-West durch das Ordensspital dar. Für die KAGES-Mitarbeiter mit unbefristetem Vertrag gebe es eine Arbeitsplatzgarantie, so Edlinger-Ploder. Versetzungen seien durch konkrete Dienstortzuweisungen in einzelnen Verträgen nicht so einfach möglich, argumentiert der Betriebsrat. Dieser wird Freitagmittag die von der Initiative "Gegen die Übernahme des LKH West" gesammelten rund 11.600 Protestunterschriften an Edlinger-Ploder übergeben.

Wenige Tage vor der Grazer Gemeinderatswahl beruhigte VP-Chef und LH-Vize Hermann Schützenhöfer: Eine endgültige Entscheidung zum LKH-West sei noch nicht gefallen. Ein Spitalsgipfel, bei dem die Spitalsversorgung im Großraum Graz und vor allem jene im Grazer Westen im Mittelpunkt stehen, wurde angekündigt und von Edlinger-Ploder für den kommenden Montag (3.12.) anberaumt.

apa.at

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