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APA-Artikel 26. November 2012

ÖÄK-Wechselberger: Schelling-Forderungen decken sich mit ÄK-Kritik

Viele der von Hauptverbandschef Hans Jörg Schelling aufgezeigten Versorgungsmängel im niedergelassenen Bereich entsprächen "hundertprozentig" der Kritik, die die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) seit Jahren der Sozialversicherung gegenüber vorbringe, erklärte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger in einer Aussendung am Sonntag. Als Beispiele nannte er patientenfreundlichere Öffnungszeiten, kürzere Wartezeiten und mehr Betreuungszeit. Sehr verwundert sei man allerdings darüber, dass Schelling die Umsetzung seiner Forderungen der Ärztekammer übertrage. Wechselberger: "Weder kann die Standesvertretung der Ärztinnen und Ärzte die Versäumnisse der sozialen Krankenkassen ausbügeln, noch ist das unsere Aufgabe."

Vielmehr verpflichte das ASVG die Sozialversicherung, für eine ausreichende Gesundheitsversorgung der Menschen durch niedergelassene Ärzte zu sorgen. Konkret bedeute das, so Wechselberger: realitätstaugliche Formen ärztlicher Zusammenarbeit - Stichwort Gruppenpraxengesetz, Ermöglichung von Kassenverträgen von mehr als 20 Wochenstunden und Ausbau der Kassenstellen - Stichwort stagnierende Kassenarztzahlen seit etwa 2002. Zu Schellings weiteren Ansinnen, die ÖÄK möge ihr Ausbildungsangebot optimieren und die Ärzte sollten verstärkt an Qualitätssicherungsprogrammen teilnehmen, meinte Wechselberger: "Keine Berufsgruppe in Österreich hat ein strengeres Berufsgesetz als die Ärzte. Wir sind gesetzlich zu laufender Fortbildung verpflichtet, die übrigens außerhalb der Arbeitszeit stattfindet und von der Sozialversicherung nicht honoriert wird." Genauso streng laufe die ebenso gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung ab, in deren Rahmen alle österreichischen Ordinationen evaluiert wurden, derzeit sei man gerade in der zweiten Evaluierungswelle. Weitere Forderungen des Hauptverbands könne sich Wechselberger nur als "noch nicht zu Ende gedacht" erklären. So solle die Ärztekammer etwa Jungmediziner bei der Niederlassung im ländlichen Raum unterstützen. "Als Standesvertretung kämpfen wir für bessere Arbeitsbedingungen unserer Mitglieder - erschaffen können wir sie nicht. Das können nur die Sozialversicherung und die Gesundheitspolitik. Die Sicherung bestehender Hausapotheken und die Zulassung neuer wären ein erster Anfang", so der Ärztechef abschließend.

apa.at

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