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APA-Artikel 26. November 2012

Sobotka bestätigt Ärztekammer

"Wenn die Bundesgesundheitskommission die Ärztekammer auffordert, ihre Informationskampagne zu beenden - und zwar ohne sich mit deren wesentlichen Forderungen zu beschäftigen -, dann verstärkt sie das Misstrauen der Ärztinnen und Ärzte gegenüber der geplanten ,Gesundheitsreform'", erklärte Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), am Freitag in einer Aussendung.

Der Beschluss des obersten Steuerungsgremiums im österreichischen Gesundheitswesen erschwere das Bemühen um konstruktive und sachliche Gespräche, so Wechselberger. Das sei insbesondere bedauerlich, weil der niederösterreichische Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka gerade erst die Vermutung der Ärztekammer bestätigt habe, dass es sich bei der geplanten "Gesundheitsreform" de facto um eine Reform der Finanzierung handle. Auch ÖÄK-Vizepräsident Karl Forstner sieht in der Klarstellung des niederösterreichischen Politikers einen "ersten notwendigen Schritt zur Wahrheit". Forstner fordert die Politik auf, der Bevölkerung die konkreten Auswirkungen der angestrebten Finanzreform des Gesundheitssystems offenzulegen: "Wie werden sich die Angebotsstrukturen verändern? Welche Folgen hat das für Patienten, welche für die Ärzte?"

Das Gesundheitswesen werde auch weiterhin enorme Aufgaben zu bewältigen haben, betonten Wechselberger und Forstner: stetig steigender Anteil älterer Menschen, immer mehr chronisch Kranke - aber auch laufend neue medizinische Entwicklungen. "Diese Fakten beeinflussen natürlich die künftigen Gesundheitsausgaben. Die Bevölkerung hat ein Recht zu erfahren, wie die Politik damit umgehen will, obwohl gleichzeitig massiv eingespart werden soll", sagte der ÖÄK-Präsident. "Ärztinnen und Ärzte arbeiten schon jetzt unter äußerst angespannten Bedingungen, egal, ob im Spital oder in der Ordination", ergänzte ÖÄK-Vizepräsident Forstner. Vordringliche Aufgabe müsse es daher sein, den Medizinern humane und zumutbare Arbeitsbedingungen zu bieten und so den Arztberuf wieder attraktiver zu machen. Sonst könnte sich der schon jetzt spürbare Ärztemangel nachhaltig auf die Gesundheitsversorgung auswirken. Die Politik sei gut beraten, bei allen Reformschritten die Ärzteschaft einzubinden, denn ohne sie werde keine Reform funktionieren, bekräftigten beide Ärztevertreter.

apa.at

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