zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. November 2012

Gesundheitsreform: Ärztekammer fordert Antworten ein

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) weist die von der politischen Steuerungsgruppe Gesundheitsreform erhobenen Vorwürfe zurück. Die Politik habe Geheimverhandlungen geführt und sei nun offensichtlich überrascht, dass die betroffenen Ärztinnen und Ärzte das nicht einfach hinnehmen würden. Die Ärztekammer verunsichere nicht die Bevölkerung sondern informiere über die zu erwartenden Auswirkungen der "Gesundheitsreform", so ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger in einer offenen Antwort auf den offenen Brief der Steuerungsgruppe, der Finanzministerin Maria Fekter, Gesundheitsminister Alois Stöger, Landeshauptmann Josef Pühringer, Hauptverbands-Vorsitzender Hans-Jörg Schelling und die Wiener Krankenkassenobfrau Ingrid Reischl angehören.

Wechselberger greift in seinem Schreiben Fragen auf, die die Gesetzesentwürfe zur "Gesundheitsreform" offenließen. Das betreffe etwa den Vorrang der ambulanten Gesundheitversorgung durch niedergelassene Ärzte und die dringend erforderliche Entlastung der überfüllten Spitalsambulanzen und der Spitalsärzte. In den Entwürfen sei indes von neuen Einrichtungen der Krankenhäuser die Rede, die zu einer weiteren Verschärfung der Ambulanzsituation führen würden. Die für die Spitalsentlastung und den Ausbau der wohnortnahen Gesundheitsversorgung erforderliche Aufstockung der Finanzmittel bleibe ebenso unberührt wie die Bindung der öffentlichen Gesundheitsausgaben an die Wirtschaftsentwicklung nicht der Versorgungsnotwendigkeit der Bevölkerung entspreche. Welche flexiblen Zusammenarbeitsformen für Ärzte seien von der Gesunheitspolitik geplant, um das medizinische Angebot außerhalb der Spitäler inhaltlich und zeitlich zu verbessern und welche Maßnahmen seien vorgesehen, um die Attraktivität des Arztberufes zu heben und dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken, fragt Wechselberger weiter.

Diese offenen Fragen führten zur begründeten Sorge um die Zukunft der freien Arztpraxis und um die wohnortnahe Versorgung. Die Spitalsärztinnen und Spitalsärzte wiederum befürchten eine weitere Verschärfung des Arbeitsdruckes, obwohl die Bevölkerung schon jetzt mit überlangen Wartezeiten und überfüllten Spitalsambulamzen konfrontiert sei.

Betroffen sei die Österreichische Ärztekammer darüber hinaus von den Bestrebungen, in die Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte als Angehörige eines freien Berufes einzugreifen. Dabei stünden die Bereiche der Qualitätsicherung, Ausbildung und das bewährte Gesamtvertragssystem zur Diskussion.

Abschließend verweist der Ärztepräsident auf die beim jüngsten Protestkonvent der Ärztinnen und Ärzte einstimmig beschlossene Resolution. Darin fordert die ÖÄK eine Gesundheitsreform, die die optimale Versorgung der Bevölkerung als Kernanliegen hat, die Entwicklung der Medizin fördert und die ärztlichen Arbeitsbedingungen verbessert. Zur Erreichung dieser Ziele sei die ärztliche Interessenvertretung einzubinden.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben