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APA-Artikel 21. November 2012

FP-Lasar zeigt jahrelange Misswirtschaft im Gesundheitsbereich auf

Ständige Budgetüberschreitungen in Millionen-Höhe und auf der anderen Seite massive Budgetkürzungen zu Lasten der Patienten und Ärzte deuten auf jahrelange Misswirtschaft und falsche Politik im Gesundheitsbereich hin, kritisiert FPÖ-Stadtrat David Lasar.

Insbesondere bedenklich ist, dass offensichtlich viele Jahre lang mehrfach unnötige Ausgaben getätigt wurden, wenn jetzt 500 Millionen Euro hauptsächlich beim Sachaufwand eingespart werden kann, weil hier plötzlich enormes Potenzial besteht.

Gespart soll aber auch im Spitalsbereich werden, wo heute schon unerträgliche Arbeitsbedingungen herrschen und medizinische Posten nicht nachbesetzt werden. Dies hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Patienten, denn weniger Ärzte bedeuten längere Wartezeiten, weniger Zeit für Diagnose und Behandlung. Zusätzlich sind bereits 54 Prozent der Ärzte Burn-out-gefährdet, weil 49 Stunden-Dienste keine Seltenheit sind.

Zwtl.: Eine Krankenhaus-Baustelle jagt die nächste

Im Zuge der Gesundheitsreform, die bis 2030 umgesetzt werden soll, werden fünf Wiener Spitäler geschlossen. Eines davon ist das Kaiserin Elisabeth Spital (KES), obwohl der OP-Bereich erst 2003 um knapp zwölf Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht wurde und dieses Spital europaweit einen exzellenten Ruf als erfolgreiches Schilddrüsen-Zentrum genießt. Angeblich sollen künftig alle Operationen (bisher etwa 3500 jährlich) in der Rudolfstiftung stattfinden, obwohl diese schon jetzt restlos überfüllt ist und beim Zubau keine weiteren OP-Säle geplant sind. Zusätzlich wird hier eine gut funktionierende Einheit aus Ärzten, Schwestern und Pflegepersonal auseinandergerissen.

Die nächste "Baustelle" ist das AKH, wo ebenfalls akuter Personalmangel herrsche. Durch Journaldienst-Einsparungen arbeiten die Ärzte und Schwestern bereits am Limit. Wartezeiten von fünf bis acht Stunden muss man hier schon einplanen. OP-Säle bleiben tagelang gesperrt. Und obwohl fünf Wiener Spitäler im Zuge der Spitalsreform geschlossen werden, wird die jetzt schon völlig überlaufene Notfallambulanz weder baulich noch strukturell oder personell ausgebaut. Das sündhaft teure und einzige in Österreich vorhandene "Gamma-Knife" ist, weil zu wenig Personal, täglich nur bis 15 Uhr in Betrieb, oder muss zeitweise ganz stillgelegt werden. Dazu kommt, dass Ärzte, die ohnehin schon am Limit sind, zu Schreibkräften degradiert werden, weil die AKH-eigene 44 Millionen Euro teure Software "AKIM" zum Teil unbrauchbar is, kritisiert Lasar.

Auch beim Krankenhaus Nord läuft bis heute so einiges schief. Abgesehen davon, dass dafür zwei Ausschreibungen notwendig waren, läuft die Planung bereits seit 2005 und heuer, nach sieben Jahren, findet gerade einmal die Grundsteinlegung statt, anstelle einer Eröffnung. Statt eines Generalunternehmers ist nun der Krankenanstaltenverbund selbst Bauherr und von einem 300 Millionen Euro-Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) ist keine Rede mehr. Schlussendlich wurde auch die Ankündigung der geplanten Bettenanzahl von "mehr als 800 Betten" wieder zurückgenommen, denn laut KAV-Statut ist bei einem Spital mit mehr als 800 Betten ein eigener technischer Direktor und 100 zusätzliche Verwaltungs-Beamtenposten fällig. Im neuen KAV-Prospekt vom Juli 2012 wird die Anzahl also plötzlich doch nur mit 785 Betten angegeben, was eine eigenartige Optik ergibt, so Lasar, der damit eine Vielzahl von Gründen genannt hat, weshalb dem Budget 2013 nicht zugestimmt werden kann.

apa.at

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