zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 21. November 2012

FP-Frigo: KAV Wirtschaftsplan 2013 ist ein geplantes Defizit

Erstversorgungseinheiten statt Hausärzte - so sieht das neue Spitalskonzept von SPÖ-Stadträtin Wehsely aus, kritisiert der FPÖ-Wien-Gesundheitssprecher Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo. Dabei stehen österreichweit 94 Millionen Arztbesuche 17 Millionen Ambulanzbesuchen gegenüber, wobei ein Besuch beim Hausarzt dem System 23,3 Euro kostet, ein Ambulanzbesuch 92,4 Euro! "Welche Systemersparnis soll daher ein Ausbau der Ambulanzen bringen außer einem weiteren Defizit?", fragt Frigo.

Wenn man die teuren Ambulanzleistungen zugunsten der niedergelassenen Ärzte reduzieren würde anstatt sinnlos etwa die Notfallambulanz im AKH mit banalen Infekten zu überlasten, könnte das System bei 75-prozentiger Umschichtung etwa 330 Millionen Euro im Jahr einsparen. Das sind sinnvolle Sparpläne, die längst auf dem Tisch liegen! Falsches Sparen, wie durch Personalabbau führt zu Burnout. Wien hat hier ohnehin schon jetzt die höchste Rate, warnt Frigo.

Im Wirtschaftsplan 2013 ist weiters von einer Vollkostenrechnung zu lesen - eine derzeit absurde Forderung, da nicht einmal die Vollkosten einer einfachen Blinddarmoperation bekannt sind. "Auch hier erwarte ich mir eine einfache Neuberechnung statt komplizierte Punktesysteme", so Frigo, der auch Transparenz und eine ehrliche Budgetierung fordert statt wie heuer am Ende des Jahres 88 Millionen nachzufordern.

Zwtl.: Besorgniserregende Herz-Kreislaufsterblichkeit in Wien

In Wien liegt die Herz-Kreislaufsterblichkeit um 35 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Sogar zwischen den einzelnen Bezirken Wiens bestehen deutliche regionale Unterschiede in der Sterblichkeit. Während die sozioökonomisch besser gestellten Bezirke 1., 4., 8., 18., 19. und 23. bei beiden Geschlechtern signifikant unter dem Wiener Durchschnitt liegen, schneiden laut Gesundheitsbricht der Gemeinde Wien die Bezirke 10., 11., 12., 15., 16. und 20. besonders schlecht ab.

FP-Frigo: "Insgesamt steigen die Gesundheitsausgaben und Österreich liegt dabei weit über dem europäischen Durchschnitt. Aber, und das ist wiederum Wehselys gesundheitspolitische Verantwortung, bei den Ausgaben für Prävention liegt Österreich sehr deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Gerade die Wiener Zahlen, die durch die Gesundenuntersuchungen der MA 15 klar aufscheinen, wie etwa die erhöhten Cholesterinspiegel (mehr als 60 Prozent) oder das Übergewicht (mehr als 50 Prozent) der Wienerinnen und Wiener, sollten Grund genug sein, hier Geld in die Hand zu nehmen."

"Unternehmen Sie endlich etwas, Frau Stadträtin", fordert Frigo: "Wien braucht sinnvolle Präventionsprogramme, die allen Wienerinnen und Wienern etwas bringen anstatt den Hausarzt abzuschaffen und Spitalspersonal ins Burnout zu treiben. Nicht umsonst findet heute ein Protestkonvent der Ärzte statt. Ein Streik steht quasi vor der Tür."

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben