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APA-Artikel 20. November 2012

Steiermark startet bei Tageskliniken "ambitionierten Aufholprozess"

In der Steiermark sollen in den nächsten Jahren mehr und mehr Spitäler tagesklinische Bereiche anbieten. Mit dem bestehenden Spitalsverbund Fürstenfeld-Feldbach, in dem Fürstenfeld den tagesklinischen Bereich wahrnimmt, habe man diesbezüglich gute Erfahrungen, die sogar vom Rechnungshof gelobt wurden, hieß es am Dienstag im Pressegespräch mit Vertretern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), der Ärzteschaft und Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V).

Angestrebt werde bei den tagesklinischen Leistungen Aufnahme, Behandlung und Entlassung der Patienten am selben Tag. "Wir wollen einen ambitionierten Aufholprozess starten", sagte Edlinger-Ploder, da Österreich in diesem Bereich im internationalen Vergleich mit Industrieländern stark zurückliege. Bei der Behandlung von Krampfadern etwa seien in vergleichbaren Staaten bereits 60 Prozent (im Jahr 2004) der Patienten tagesklinisch operiert worden. Österreich habe 2009 erst einen Anteil von 5,7 Prozent, die Steiermark immerhin 9,1 Prozent.

An Vorteilen nannte Edlinger-Ploder eine gute Planbarkeit für Patient und Spital und einen klar strukturierten Ablauf ohne Wartezeiten. Hier gebe es beim Projekt Augenklinik in Graz zwar noch ein Problem mit den Wartezeiten, so die Landesrätin, aber daran arbeite man. Dank des kurzen Aufenthalts sei auch eine rasche Wiedereingliederung in die häusliche Umgebung möglich. Die Spitäler würden von der Verringerung des Personal- und Sachaufwandes profitieren.

Die Grazer Augenklinik soll künftig 95 Prozent (derzeit 35 Prozent) der "Grauer Star"-Operationen tageschirurgisch durchführen. Ein weiteres tagesklinisches Vorhaben betrifft Bruck/Mur, hier wird die aufgegebene Geburtenstation genutzt und u.a. in eine Augen-Tagesklinik umgewandelt, die laut KAGes-Vorstandsvorsitzendem Werner Leodolter wahrscheinlich ab Jänner 2013 operativ sein wird.

Der Ärztliche Direktor des Spitalsverbundes Feldbach-Fürstenfeld, Primar Walter Stenzl, verwies auf die positiven Erfahrungen im LKH Fürstenfeld: Gegenüber dem Start im Jahr 2006 konnten die tageschirurgischen Eingriffe um 280 Prozent gesteigert werden. Heuer seien erstmals gynäkologische Eingriffe tageschirurgisch durchgeführt worden. Damit konnte gegenüber 2011 die Anzahl der tageschirurgischen Operationen um 30 Prozent auf 1.340 Operationen erhöht werden. 2006 habe es überhaupt erst 355 Eingriffe gegeben.

"Die Tageschirurgie hat sich in der Region hervorragend etabliert und gilt mittlerweile als bundesweite Benchmark-Einrichtung für Tageschirurgie", so Stenzl. Wichtig sei auch, dass der Patient einen Ansprechpartner habe. Der diensthabende Arzt kontaktiere den nach Hause geschickten Rekonvaleszenten am Abend noch einmal und frage, wie es ihm gehe. "In einem Fall hat die Ehefrau sogar gesagt, sie glaube, es gehe ihm gut, er sei gerade in der Disco", so Stenzl."

Im Bundesländervergleich war die Steiermark - zumindest nach den Zahlen im Zeitraum 2006 bis 2009 - weit hinten zu finden, nur Salzburg hat einen noch geringeren Anteil an tagesklinischer Versorgung. An der Spitze lag damals Vorarlberg. Das habe sich in den vergangenen drei Jahren aber geändert, die Steiermark habe sich in Richtung Mittelfeld bewegt, so Leodolter.

apa.at

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