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APA-Artikel 19. November 2012

Schennach: Konvention gegen den illegalen Organhandel

"Die schlimmste Auswirkung von Armut und Not, ist der immer größer werdende illegale Organhandel. Der Europarat wird eine entsprechend verschärfte Konvention vorlegen, auch gegenüber den Nichtmitgliedern des Europarates", erklärt SPÖ-Bundesrat Stefan Schennach am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Schennach nimmt an den heute in Moskau begonnenen Beratungen als Mitglied des Europarates teil. Durch die Konvention soll es ethnische Regeln geben, wie die Transplantationsmedizin einerseits notwendige medizinische Hilfe auf legale Weise und unabhängig von der finanziellen Potenz des Empfängers leisten kann - andererseits wie die Verstümmelung von Menschen und die Ausbeutung von Gebern verhindert wird.

"Es geht um Opferschutz, darum, um wirksame Vorkehrungen zu treffen, dass Menschen in Not und Armut sich nicht gezwungen sehen, Teile ihres Körpers zu verkaufen, um zu überleben oder den eigenen Kindern das Überleben zu sichern", so Schennach, der in diesem Zusammenhang auf den besonders widerwärtigen Handel mit Organen von zum Tode verurteilten Menschen hinweist. "Dahinter steht eine Mafia, die damit viel Geld verdient. Mittlerweile kann man auch schon von einem Transplantationstourismus sprechen. Das gehört genauso unterbunden wie Frauen- und Menschenhandel oder Sextourismus", so Schennach. "Mittlerweile geht es auch um den Handel mit Zellen und Gewebe", erklärt Schennach und spricht von einem explosiven Markt und mafiösen Spielregeln.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung beim illegalen Organhandel von Kindern, insbesondere Straßenkinder, Waisenkinder und Kinder, die von Eltern an "Aufkäufern" aus Not überlassen werden, wobei diese Kinder irgendwann einfach verschwinden. Diese bestialische Straftat erfolgt dann oft mit dem verharmlosenden Etikett "internationale Adoption".

"Der Europarat zeigt in dieser Frage ebenso Zähne, wie im Falle von sexuellem Kindesmissbrauch und der von ihm initiierten oneinfive-Kampagne", so Schennach. Zu diesem Thema wird es in Moskau am Dienstag zu Beratungen kommen. Schennach wird dabei in einem Impulsreferat über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Strafe und Therapie bei Kindesmissbrauch halten und über die Notwendigkeit einer kinderfreundlichen und opfergemäßen Justiz. Eines von fünf Kindern in Europa wird in seiner kindlichen Entwicklung durch sexuellen Missbrauch massiv beeinträchtigt und geschändet. In Österreich liegt laut Expertinnen und Experten die Dunkelziffer bei 10.000 Kindern jährlich. "Mit dieser Kampagne läuft nun seit Jahren eine gemeinsame europäische Kampagne, um hier entschieden aufzutreten, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Kinder zu schützen", so Schennach, Kontaktparlamentarier der oneinfive-Kampagne für Österreich.

apa.at

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