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APA-Artikel 13. November 2012

Erste Evaluierung stellt oö. Spitalsreform gutes Zeugnis aus

Der erste Evaluierungsbericht stellt der oberösterreichischen Spitalsreform II ein gutes Zeugnis aus. Bis Mitte 2012 wurde bereits ein Drittel der Maßnahmen umgesetzt. "Wir haben die Ziele erreicht, sind in Fahrt", sagte Landeshauptmann Josef Pühringer (V) in einer Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Evaluierungskommission, Wolfgang Bayer, am Dienstag in Linz. 79 Prozent der Patienten waren laut einer Umfrage mit ihrem letzten Spitalsaufenthalt zufrieden.

Die Evaluierung geschah auf Basis der konkreten Zahlen von 2011. Demnach seien im Vergleich zu 2009 die Krankenhaushäufigkeit um 2,5 Prozent auf 278 Aufenthalte und die Belagstage um 4,5 Prozent auf 1.711 je 1.000 Einwohner gesunken, lägen aber immer noch über dem Österreichwert. "Ziel ist, sich dem Österreich-Schnitt anzunähern", so Pühringer. Die Bettenauslastung habe sich von 83,1 auf 81,4 Prozent geringfügig verringert. "Die Befürchtung von heillos überbelegten Abteilungen ist nicht eingetreten", sagte der LH. "Thema ist, dass wir den Prozess von stationären Aufenthalten zu tagesklinischen Behandlungen und zur Ambulanz eingeleitet haben."

Doch "nicht nur die Zahlen müssen stimmen", auch die Zufriedenheit der Patienten sei entscheidend, betonte Pühringer. Sie sei weiterhin hoch. Eine Befragung des market-Instituts im Oktober 2012 unter 600 Oberösterreichern, repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren, ergab, dass 79 Prozent mit ihrem letzten Spitalsaufenthalt "sehr zufrieden" oder "zufrieden" waren. Weniger oder gar nicht begeistert waren neun Prozent. 12 Prozent machten keine Angabe. Mit der medizinischen Versorgung im Spital waren 81 Prozent zufrieden, dieser Wert lag allerdings in einer Trendabfrage im Jänner 2012 und 2011 mit 84 und 88 Prozent etwas höher. Die Clearingstelle für Angelegenheiten personalrechtlicher Natur hatte nur einen Fall zu bearbeiten, der inzwischen eingestellt wurde, sagte Bayer.

Die finanziellen Ziele würden erreicht. Die aktuelle Ausgabenentwicklung ergebe für das Jahr 2020 eine Kostendämpfung von rund 367 Mio. Euro. Das kumulierte Kostendämpfungspotenzial von 2,3 Mrd. Euro könne aus heutiger Sicht eingehalten werden, so Bayer. 2011 wurden bereits 92 Mio. Euro eingespart, für 2012 sind 103 für 2013 dann 153 Mio. Euro vorgesehen. Die Gemeinden seien Nutznießer der Reform, so Pühringer. Die Sprengelbeiträge könnten für 2013 um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden.

Aus heutiger Sicht sollten Ende 2013 die Maßnahmen vollzogen sein, die in der ersten Stufe der Umsetzung vorgesehen seien, so Pühringer. Auf eigenen Wunsch hätten Häuser Maßnahmen vorgezogen oder unter Wahrung der finalen Ziele abgeändert oder verschoben. Überraschend nannte er, dass für das Krankenhaus Enns eine Lösung gelungen sei. Das Spital werde in eine Sonderkrankenanstalt für neurologische und pneumologische Rehabilitation umgewandelt und damit die Standortgarantie gewahrt. In Schärding, wo die Kinderstation geschlossen wurde, gibt es in diesem Bereich eine Kooperation mit der Kinderklinik im bayrischen Passau.

apa.at

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