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APA-Artikel 13. November 2012

D: Erhebliche regionale Unterschiede bei Kaiserschnittgeburten

In Deutschland gibt es laut einer Studie große regionale Unterschiede bei Kaiserschnittgeburten. Während zum Beispiel in Dresden nur 17 Prozent der Babys per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, sind es in Landau in der Pfalz mit 51 Prozent dreimal so viel, wie eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt. Grund dafür sei offenbar, dass die Ärzte die Risiken sehr unterschiedlich bewerten. Das steigende Alter der Mütter oder der Wunsch der Eltern nach einem Kaiserschnitt spiele dagegen bei der Erklärung der Unterschiede nur eine untergeordnete Rolle.

In Deutschland wird mittlerweile jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Anteil der Kaiserschnitte damit nahezu verdoppelt. Im Jahr 1992 lag er erst bei 16,2 Prozent.

"Es gibt selbstverständlich Situationen, in denen ein Kaiserschnitt unumgänglich ist, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen", erklärte die Gesundheitswissenschaftlerin Petra Kolip, Mitautorin der Studie. In den meisten Fällen hätten die Ärzte jedoch einen Ermessensspielraum, der offensichtlich ganz unterschiedlich genutzt werde.

Bei Risikosituationen wie Beckenendlage, Zwillingsgeburt oder einem vorherigen Kaiserschnitt, bei denen eine natürliche Geburt im Prinzip möglich ist, werde trotzdem sehr häufig ein Kaiserschnitt vorgenommen. In vielen Kliniken gebe es daher immer weniger Erfahrung mit komplizierteren natürlichen Geburten, erklärte Kolip. Auch Haftungsfragen dürften demnach ein Grund für zunehmende Kaiserschnitte sei.

Das Problem betrifft dabei nicht nur einzelne Kreise. In Teilen von Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen liegt die Kaiserschnittrate zum Teil weit über 40 Prozent, in mehreren Gebieten in den neuen Bundesländern hingegen unter 20 Prozent. Das ergaben Analysen von Daten des Statistischen Bundesamtes und der Krankenkasse Barmer GEK.

apa.at

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