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APA-Artikel 12. November 2012

Ärztekammer verlangt Aufklärung über geplante Kostendämpfungsmaßnahmen

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres weist entschieden die Kritik von Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely zurück, wonach die Ärztekammer die "Macht des weißen Mantels" missbrauche, um "Pfründe abzusichern". Die Ärzteschaft sei keineswegs gegen Neuerungen. "Wenn allerdings Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen hinter verschlossenen Türen stattfinden und dann Ergebnisse verkündet werden, deren Berechnungsgrundlagen absurd und falsch sind, dann müssen wir zum eigenen Schutz und im Interesse der Patienten unseren Unmut artikulieren", so Szekeres.

Die Ärztekammer habe sich in den vergangenen Jahren "aufrecht und redlich" bemüht, die medizinische Versorgung trotz permanenter Kostenschnitte und ausufernder Administration und Bürokratie auf hohem Niveau zu sichern.

"Tatsache ist aber, dass die angestellten Ärztinnen und Ärzte in den Wiener Spitälern unter kaum noch erträglichen Bedingungen arbeiten, nicht herausragend bezahlt werden, die Ausbildung der Jungärzte nicht den internationalen Qualitätsnormen genügt und selbst Angebote des niedergelassenen Bereichs, die Ambulanzen zu entlasten, auf wenig Gehör stoßen."

Die Ärzteschaft sei "absolut nicht kontraproduktiv". Wenn allerdings Systeme wie die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA), die weder erprobt noch genügend seriös vorbereitet sei, den Ärzten aufoktroyiert würden, müsse man davor in aller Deutlichkeit und auch in der Öffentlichkeit warnen. Redeverbote von der Politik seien hier "keinesfalls akzeptabel".

Szekeres erwartet sich nun von der Gesundheitsstadträtin die Beantwortung ganz konkreter Fragen: "Welche Kostendämpfungsmaßnahmen haben Sie vor? Wie viel Personal werden Sie abbauen oder nicht nachbesetzen? Wie werden sie die überlasteten und überfüllten Ambulanzen in den Griff bekommen? Welche Lösungen haben Sie für das AKH, und welche Maßnahmen werden Sie setzen, um die Anzahl der Kassenärzte bei Ambulanzschließungen zu vermehren?"

Für den Ärztekammerpräsidenten ist es "absolut unverständlich", warum Wehsely nicht die Fakten auf den Tisch legt und stattdessen von nebulösen "Dämpfungseffekten" spricht. "Wir haben schon in der Vergangenheit konstruktive Modelle zur Gesundheitsreform ausgearbeitet und sie auch der Politik zur Diskussion übergeben." Die Modelle seien realistisch, gerecht und zudem kostenneutral. "Man muss sich nur einmal hinsetzen und diese auch lesen." Die Ärzteschaft stehe jedenfalls für eine sachliche Diskussion "gerne und jederzeit" zur Verfügung.

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apa.at

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