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APA-Artikel 9. November 2012

ÖGB begrüßt Regierungseinigung über Rehabilitation

Berufliche und gesundheitliche Rehabilitation statt befristeter Invaliditätspension - darauf haben sich die Sozialpartner beim Bad Ischler Dialog 2011 grundsätzlich geeinigt, als einen von vielen Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass die Menschen länger gesund und arbeitsfähig bleiben können. Die befristeten I-Pensionen sollen künftig durch Umschulungsgeld vom AMS bzw. durch Rehabilitationsgeld von der Gebietskrankenkasse ersetzt werden: "Auf der Regierungsklausur wurde nun auch die soziale Absicherung jener Menschen, die künftig Umschulungs- oder Rehabilitationsgeld beziehen werden, geklärt", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar.

 

Der ÖGB begrüßt, dass das Umschulungsgeld deutlich höher als das Arbeitslosengeld sein soll, nämlich um 22 Prozent. "Als Mindestgrenze hat sich die Regierung auf 1.000 Euro im Monat geeinigt. Damit wird sichergestellt, dass jene Menschen, die aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen ihren Job nicht mehr ausüben können, nicht ins soziale Nichts fallen gelassen werden", so Foglar.

 

Unternehmen in die Pflicht nehmen

 

Viele ältere Beschäftigte scheiden aber nicht deswegen aus dem Arbeitsleben aus, weil sie zu krank dafür sind, sondern weil sie von den Arbeitgebern in die Frühpension gedrängt werden oder ab einem gewissen Alter keine Arbeitsplätze mehr bekommen. "Die Arbeitswelt muss alternsgerecht werden, und es muss für die Unternehmer deutlich teurer werden, ältere Beschäftigte auf die Straße zu setzen", fordert Foglar. Unternehmen, die keine oder zu wenig ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigen, sollen einen Malus zahlen; Firmen, die überdurchschnittlich viele Ältere beschäftigten und sich um eine altersgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze kümmern, dafür mit einem Bonus belohnt werden.

 

Mehr Prävention für gesündere Arbeitsplätze

 

"Ein krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt kann am besten durch rechtzeitige Interventionen und präventive Maßnahmen vermieden werden", sagt Foglar. "Ziel der Gewerkschaft war immer: Gesund in die Arbeit, gesund von der Arbeit. Die Menschen brauchen einen Arbeitsplatz, auf dem sie gesund bis zum Regelpensionsalter bleiben können", sagt Foglar. "Wenn die Wirtschaft nicht mehr alternsgerechte Arbeitsplätze anbietet, werden die Menschen auch weiterhin frühzeitig aus ihrem Job ausscheiden müssen. Hohe Arbeitsbelastungen machen Rehabilitationsmaßnahmen überhaupt erst notwendig", sagt der ÖGB-Präsident.

 

Anzusetzen gilt es vor allem auch bei psychischen Krankheiten, die bereits die Spitze bei den Anträgen auf Invaliditätspension sind. "Die psychische Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird noch immer als individuelles Problem gesehen", stellt Foglar fest und fordert "mehr Prävention am Arbeitsplatz, damit die Menschen auch gesund arbeiten können". Hier ist die Klarstellung wichtig, dass auch bei der Prävention von beispielsweise Burn-out die Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers bzw. Dienstgebers greift. "Untätigkeit bei Prävention lohnt sich für Unternehmen nicht."

apa.at

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