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APA-Artikel 9. November 2012

Gesundheit - Ärztekammer weist Kritik zurück

Die Ärztekammer hat die Kritik an ihren Warnungen hinsichtlich der geplanten Spitals- und Gesundheitsreform zurückgewiesen. Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer und Obmann der niedergelassenen Ärzte, bezeichnete die Aussagen von Hauptverband-Vorsitzendem Hans Jörg Schelling, der etwa von einer "laufenden Verunsicherung der Öffentlichkeit durch die Ärztekammern" gesprochen hatte, als "entbehrlichen Ordnungsruf".

Die Ärzteschaft sei immer zu einem Dialog bereit gewesen, betonte Steinhart in einer Aussendung. Allerdings habe "gerade die Vergangenheit gezeigt, dass lieber am grünen Tisch, ohne Hinzuziehung gesundheitspolitischer Experten und gegen die Interessen der Patienten" verhandelt werde.

Schelling könne nicht wegdiskutieren, dass in Österreich seit Jahren das Gesundheitssystem "schleichend heruntergefahren" werde, so Steinhart. Ein "klares Indiz" dafür sei, dass die Anzahl der Kassenplanstellen "in ganz Österreich auf dem Niveau der 1980er-Jahre" stagniere. Parallel dazu werde der Personalstand im Spitalsbereich teilweise "dramatisch reduziert". Kritik übte Steinhart auch daran, dass Krankenkassen in Österreich nach wie vor versicherungsfremde Leistungen zu übernehmen hätten.

Auch dass Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely erklärt hatte, sie könne die Klage der Ärztekammer bezüglich zu wenig Kassenstellen nicht nachvollziehen, missfällt Steinhart: Er lade sie ein, einmal einen Tag lang etwa in einer Augen- oder dermatologischen Facharztordination zu verbringen. Dann würde die Stadträtin nämlich "sehr rasch erkennen", dass hier ein "Flaschenhals" entstehe, dessen einziges Ziel es sei, "durch Überfüllung vieler Arztordinationen die Menschen von notwendigen Arztbesuchen abzuhalten, um so Kosten zu sparen", so der Obmann.

apa.at

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