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APA-Artikel 8. November 2012

WGKK: Wiener Ärztekammer redet Versorgung schlecht

"Die Ärztekammer wird offenbar nicht müde, die Patientinnen und Patienten zu verunsichern. Die Versorgung in Wien wird schlecht geredet. Und das, obwohl die Ärztedichte in der Bundeshauptstadt überdurchschnittlich hoch ist". Mit diesen Worten kontert Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK, die jüngsten Vorwürfe aus der Wiener Ärztekammer.

Was die Kinder- und Jugendgesundheit angeht, erinnert Reischl an das umfassende Paket, das Anfang des Jahres gemeinsam mit der Stadt Wien vorgestellt wurde. So wird mit der Errichtung bzw. dem Ausbau von drei Therapiezentren für die Altersgruppe der 0- bis 10-Jährigen dem dringend erforderlichen Bedarf an ambulanten Plätzen Rechnung getragen. Damit ist für rund 1.000 Kinder eine Verdoppelung der Betreuungskapazität von derzeit 8.000 auf 16.000 Leistungen im Bereich der Ergo-, Logo-, Physio- und Psychotherapie und fachärztlichen Untersuchungen möglich.

Deutliche Verbesserungen wird es bis Ende 2013 auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geben. Die WGKK erhöht schrittweise die finanziellen Mittel für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung der Ambulatorien von "die Boje" und den Wiener Psychosozialen Diensten.

Diesen Ausbau der Zentren für die Kinder- und Jugendgesundheit hat die Wiener Ärztekammer in der Vergangenheit überraschenderweise negativ beurteilt und den Bedarf gegenüber der Stadt Wien verneint. Was die Umsetzung von Kassenstellen für die Kinderpsychiatrie angeht, hält die WGKK fest, dass man auf einem guten Verhandlungsweg war. Als Vorschlag diente auch das Modell in Niederösterreich, das von der dortigen Ärztekammer und der NÖGKK umgesetzt wird. In Wien hat die Ärztekammer dies abgelehnt.

Hohe Ärztedichte in Wien

Generell ist die Versorgung mit Kassenordinationen im sogenannten Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) geregelt, der noch bis 2015 läuft und von der Stadt Wien, der WGKK und der Ärztekammer gemeinsam beschlossen wurde. Aktuell weist Wien mit knapp 800 Allgemeinmedizinern und 918 Fachärzten eine im österreichweiten Vergleich überdurchschnittlich hohe Versorgung aus. Zusätzliche Stellen sind daher nicht vorgesehen und auch im RSG nicht abgebildet. Reischl abschließend: "Durch Angstmache werden wir das Gesundheitssystem sicher nicht weiterentwickeln. Es wäre wünschenswert, wenn über dieses Thema im Sinne aller wieder sachlicher diskutiert wird."

apa.at

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