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APA-Artikel 6. November 2012

Salzburger Pilotprojekt für ambulante Rehabilitation nach Herzinfarkt

Geringere Kosten, ein kürzerer Spitalsaufenthalt, zufriedenere Patienten und ein rascherer Wiedereinstieg in den Beruf: Das sind die Zwischenergebnisse eines Salzburger Pilotprojekts zur ambulanten Rehabilitation von Personen mit koronaren Herzerkrankungen, das am Dienstag im Rehabilitationszentrum Großgmain vorgestellt wurde. Die Reha-Patienten machen nach einem kurzen stationären Aufenthalt ein telemedizinisch überwachtes Trainingsprogramm zu Hause.

Bisher absolvieren Patienten nach einem Herzinfarkt normalerweise eine vierwöchige stationäre Rehabilitation, bei der die Bewegungstherapie eine große Rolle spielt. "Am Ende des Aufenthalts haben die Patienten weniger Gewicht, sind gut trainiert und haben bessere Blutwerte", erklärte Primar Johann Altenberger, der ärztliche Leiter des Rehabilitationszentrums Großgmain: "Doch nach einem Jahr sieht das wieder anders aus." Mit dem neuen Programm wird nicht nur der stationäre Aufenthalt von vier auf zwei Wochen halbiert, sondern auch das Bewegungsprogramm in die eigenen vier Räume transferiert. "Wir hoffen damit, den Lebensstil auch dauerhaft umzustellen", meinte Altenberger.

Die Patienten erhalten nach ihrer Zeit im Reha-Zentrum ein Fahrradergometer samt Computer, Brustgurt und individuellem Trainingsprogramm mit nach Hause. Werte wie Trainingsdauer, Herzfrequenz oder Blutdruck werden vom Computer automatisch erfasst und an ein telemedizinisches Auswertungszentrum gesandt. Die Ärzte und Therapeuten in Großgmain bekommen die Daten und können bei Bedarf mit dem Patienten Kontakt aufnehmen. Mindestens einmal pro Woche gibt es ein Gespräch mit dem Patienten, erläuterte Altenberger.

Die bisherigen Ergebnisse - ausgewertet wurden erst 22 Patienten, die Studie läuft noch bis Herbst 2013 - sind vielversprechend: "Die Patienten sind signifikant leistungsfähiger, haben geringere Risikofaktoren und sind hochzufrieden", fasste der Mediziner das Zwischenergebnis zusammen. Ob es auch zu einer nachhaltigeren Umstellung des Lebensstils kommt, könne man noch nicht sagen.

Für die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) als Trägerin des Reha-Zentrums Großgmain ist auch das damit verbundene Einsparungspotenzial interessant: Die ambulante Rehabilitation mittels Telekardiologie ist günstiger als der vierwöchige stationäre Aufenthalt, sagte Gabriele Aichhorn, stellvertretende Generaldirektorin der PVA. "Und wir bekommen zwei Wochen früher ein Reha-Bett frei", nannte sie einen weiteren Vorteil. Bis zum Herbst nächsten Jahres soll die Pilotstudie mit 150 Patienten abgeschlossen werden. Dann könnte das neue Projekt auch in anderen Einrichtungen angeboten werden, kündigte Aichhorn an.

apa.at

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